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Greenpeace kritisiert Quote Ostsee-Fischer dürfen mehr Dorsch fangen

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Ein Heringsfischer mit seinem Fang

(Foto: imago/Jens Koehler)

Die EU-Fischereiminister entscheiden sich entgegen der Empfehlung der EU-Kommission für eine deutlich höhere Fangquote für Dorsche. Zwar dürfen gleichzeitig nur noch halb so viele Heringe gefangen werden, das allerdings reicht nach Ansicht von Experten nicht aus.

Deutlich mehr Dorsche, aber nur etwa halb so viele Heringe wie zuvor dürfen im kommenden Jahr in der westlichen Ostsee gefischt werden. Das vereinbarten die EU-Fischereiminister bei ihren Verhandlungen über neue Ostsee-Fangquoten. Wie die zuständige österreichische Agrarministerin Elisabeth Köstinger nach dem Treffen mit ihren Kollegen in Luxemburg mitteilte, wird die Fangquote für den westlichen Ostsee-Dorsch ab dem kommenden Jahr um 70 Prozent erhöht. Die Fangquote für den Hering in der westlichen Ostsee sinkt um 48 Prozent.

Die EU-Kommission hatte strengere Vorgaben gefordert. Die Quote für den Dorsch sollte nach Vorstellung der Brüsseler Behörde um höchstens 31 Prozent steigen und für den Hering um 63 Prozent sinken. Köstinger sprach von einer "vernünftigen Lösung", die dem wirtschaftlichen Überleben der Fischer der Region gerecht werde und zugleich den Fischbestand schütze.

Umweltschützer hatten dagegen einen vorläufigen Fischereistopp für den stark zurückgegangenen Hering gefordert. Greenpeace kritisierte, dass sich die EU-Minister "erneut dem Druck der Fischereilobby" gebeugt hätten.

"Mit diesen Quoten wird in der Ostsee weiter auf Pump gefischt", erklärte Greenpace-Meeresexperte Thilo Maack. "Die Fischereiminister haben die Quoten erneut höher angesetzt, als es die Wissenschaft empfiehlt." Der Hering in der westlichen Ostsee leide unter Klimawandel und Überfischung, er brauche "echte Schutzgebiete". Auch die Umweltorganisation WWF kritisierte den Beschluss der EU-Fischereiminister. Die von ihnen festgelegten Fangmengen für Dorsch und Hering seien zu hoch.

Quelle: n-tv.de, jve/dpa

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