Politik

"Da steht ein Türke zur Wahl" Özdemir bezichtigt Mappus

In sieben Wochen sind in Baden-Württemberg Landtagswahlen, die schwarz-gelbe Koalition und Grün-Rot liegen Umfragen zufolge gleichauf. Ministerpräsident Mappus warnt vor einem Ministerpräsident Özdemir, obwohl der gar nicht zur Wahl steht. Der Bundesvorsitzende der Grünen reagiert scharf.

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Cem Özdemir nimmt die Wahlkampfvorlage auf.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) vorgeworfen, mit "ausländerfeindlichen Ressentiments" zu arbeiten. Mappus hatte sieben Wochen vor der Landtagswahl in einem Interview vor einem grünen Regierungschef Özdemir gewarnt. Nicht Grünen-Spitzenkandidat Winfried Kretschmann, sondern der Bundesvorsitzende Özdemir habe in jüngster Zeit den Kurs der Landespartei bestimmt. Am Rande eines Argentinienbesuchs sagte Özdemir, das sei "im Prinzip nichts anderes, als dass man mit ausländerfeindlichen Ressentiments versucht, Stimmung zu machen".

"Nach dem Motto: da steht ein Türke zur Wahl. Ihr wählt zwar den Kretschmann, bekommt aber dann den Deutsch-Türken Özdemir. Das ist schon perfide, was Mappus da macht", sagte Özdemir. Er stehe in Baden-Württemberg aber nicht zu Wahl, betonte der Politiker. Dass Mappus trotz mehrfacher Dementis immer wieder behaupte, Özdemir wolle Ministerpräsident werden, bezeichnete Özdemir als Versuch einer Angstkampagne. Dabei scheue Mappus nur die Auseinandersetzung mit dem Grünen-Kandidaten Winfried Kretschmann.

"Armseliges Manöver"

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Ministerpräsident Stefan Mappus.

(Foto: dpa)

Auch die Südwest-Grünen warfen dem CDU-Landeschef ein "armseliges wahltaktisches Manöver ohne jede Substanz" vor. "Winfried Kretschmann ist unser Spitzenkandidat und er wird jede Aufgabe mit Entschlossenheit wahrnehmen, die ihm die Wählerinnen und Wähler zuweisen", erklärte die Grünen-Landesvorsitzende Silke Krebs.

Mappus hatte der Zeitung "Die Welt" gesagt, Özdemir, der aus Baden-Württemberg kommt, habe in jüngster Zeit den Kurs der Grünen Landespartei bestimmt, und ziehe schon länger die Fäden. "Schon in der Hochphase der Auseinandersetzungen um Stuttgart 21 haben die Herren Özdemir und (Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris) Palmer Herrn Kretschmann das Heft aus der Hand genommen." Dass die Grünen den Schlichterspruch nicht akzeptiert hätten, trage deren Handschrift.

In Baden-Württemberg wird am 27. März ein neues Landesparlament gewählt. Nach den jüngsten Umfragen liegen die schwarz-gelbe Koalition und Grün-Rot etwa gleichauf.

Quelle: n-tv.de, dpa

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