Politik
Freitag, 09. Mai 2008

Alter Glanz zum Tag des Sieges: Panzer in Moskau

Zum ersten Mal seit dem Ende der Sowjetunion vor 17 Jahren sind bei der Parade zum Sieg über Hitler-Deutschland Panzer und schwere Waffen über den Roten Platz gerollt. Kampfflugzeuge donnerten über das Zentrum der Hauptstadt und am Boden nahm der vor zwei Tagen vereidigte Präsident Dmitri Medwedew den Aufmarsch tausender Soldaten und modernster Waffensysteme ab. Medwedews Vorgänger Wladimir Putin hatte die Armee während seiner achtjährigen Präsidentschaft reformiert und aufgerüstet. Die Parade zum Gedenken an die Kapitulation Nazi-Deutschlands 1945 soll alljährlich die Stärke des Riesenreiches nach innen und außen demonstrieren. Putin hatte das Prozedere des diesjährigen Aufmarsches in einer seiner letzten Amtshandlungen als Präsident angeordnet.

Medwedew begrüßte die Veteranen des Zweiten Weltkriegs mit Handschlag. Die Feier des großen Sieges werde immer die wichtigste und heiligste nationale Feier bleiben und sei ein Symbol für die Einheit Russlands, sagte der 42-Jährige. "Die Geschichte der Weltkriege lehrt uns, dass militärische Konflikte nicht von selbst entstehen - sie werden von denjenigen geschürt, die ihren unverantwortlichen Ehrgeiz über die Interessen ganzer Länder und Kontinente stellen, über die Interessen von Millionen Menschen", sagte Medwedew in seiner Ansprache. "Wir müssen alles dafür tun, dass sich solche Tragödien nicht wiederholen." Der "wahre Zweck von Waffen und Militärausrüstung ist eine verlässliche Verteidigung der Heimat". Putin saß als neu gewählter Ministerpräsident in der ersten Reihe, hielt aber keine Rede.

Demonstration der Stärke

Nach den chaotischen Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat Putin die Erinnerung an den "Großen Vaterländischen Krieg", wie der Zweite Weltkrieg in Russland bezeichnet wird, dafür genutzt, die Einheit des Landes zu stärken und das russische Selbstbewusstsein zu heben. Es war das erste Mal seit 1990 - dem Jahr vor dem Ende der Sowjetunion -, dass die Armee auf dem Roten Platz schweres Waffengerät präsentierte, darunter die Interkontinentalraketen "Topol" und "Iskander M", die mit Atomsprengköpfen bestückt und von fahrbaren Startrampen aus abgeschossen werden können. Die Luftwaffe führte Überschallbomber, MiG-Kampfjets und Kampfhubschrauber vor.

Zur Marschmusik einer Militärkapelle präsentierte die Armee auf dem Platz alle Gattungen. Lautstark sangen die Soldaten die russische Nationalhymne. Der Text ist verändert, Putin hat jedoch dafür gesorgt, dass Russland zur Melodie der sowjetischen Hymne zurückkehrt.

Veteranenverbände lobten die Rückkehr zur Waffenschau in sowjetischer Tradition. Die Kosten für die Parade sind enorm. Allein die von den tonnenschweren Fahrzeugen an Straßen und Kanalisation verursachten Schäden belaufen sich auf umgerechnet 40 Millionen Euro, wie die Moskauer Stadtverwaltung mitteilte.

Quelle: n-tv.de