Politik

Aus China auf die Krim?Peking soll russische Soldaten für Ukraine-Krieg ausbilden

19.05.2026, 15:27 Uhr
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Russische Soldaten im Jahr 2019 bei einem öffentlich ausgetragenen internationalen Militärwettkampf in China. (Foto: picture alliance/dpa/HPIC)

China soll unter anderem mit Drohnenschulungen russische Soldaten für den Einsatz in der Ukraine vorbereiten. Der Bericht hierzu stützt sich auf europäische Geheimdienstler. Peking betont indes seine neutrale Haltung.

China hat Ende vergangenen Jahres heimlich rund 200 russische Soldaten militärisch ausgebildet, von denen einige inzwischen im Ukraine-Krieg kämpfen. Das teilten Vertreter von drei europäischen Geheimdiensten mit. Zudem zeigen dies geheime Dokumente, die Reuters einsehen konnte. Damit sei China weitaus direkter in den Krieg verwickelt als bislang bekannt. Das chinesische Außenministerium wies dies indirekt zurück und betonte seine neutrale Haltung sowie den Einsatz für Friedensgespräche. Die Verteidigungsministerien in Moskau und Peking äußerten sich nicht.

Die geheimen Drohnenschulungen basieren demnach auf einem Abkommen vom Juli 2025. Demnach sollten rund 200 russische Soldaten auf Stützpunkten in China, darunter in Peking und Nanjing, ausgebildet werden. Im Gegenzug war das Training Hunderter chinesischer Soldaten in Russland vorgesehen. Das Abkommen unterlag strenger Geheimhaltung. Während chinesische Truppenbesuche in Russland bereits seit 2024 stattfinden, ist die Ausbildung russischer Soldaten in China neu.

Training an Drohnen und Mörsern

Interne russische Militärberichte dokumentieren vier dieser Schulungen Ende 2025. Demnach trainierten die Soldaten an verschiedenen chinesischen Militärakademien unter anderem den kombinierten Einsatz von Mörsern und Aufklärungsdrohnen, die Abwehr feindlicher Fluggeräte mit Anti-Drohnen-Gewehren sowie Sprengstofftechnik und Minenverlegung.

Viele der in China geschulten Russen waren Ausbilder im Rang zwischen Unteroffizier und Oberstleutnant, die ihr Wissen an eigene Einheiten weitergeben konnten. Geheimdienste bestätigten die Identität einiger Teilnehmer, die nach ihrer Rückkehr direkt bei Drohneneinsätzen auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim und in der südostukrainischen Region Saporischschja eingesetzt worden seien.

Drohnen spielen im Ukraine-Krieg eine entscheidende Rolle. Während Russland über umfangreiche Kampferfahrung verfügt, profitiert es zunehmend von Chinas technologischer Expertise und modernen Trainingsmethoden - etwa beim Einsatz störungssicherer, glasfasergesteuerter Drohnen. Bereits im September hatte Reuters berichtet, dass chinesische Experten technische Entwicklungshilfe für einen russischen Drohnenhersteller leisteten, was zu EU-Sanktionen gegen zwei beteiligte Firmen führte.

Europäische Staaten beobachten die immer engeren Beziehungen zwischen Moskau und Peking mit Sorge. China hatte die russische Wirtschaft nach dem Einmarsch in die Ukraine 2022 massiv gestützt. Die neuen Enthüllungen fallen mit einem Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in China am Dienstag und Mittwoch in Peking zusammen, bei dem er auch Staatschef Xi Jinping trifft - nur wenige Tage nach der Visite von US-Präsident Donald Trump in der Volksrepublik.

Quelle: ntv.de, mpe/rts

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