Politik

Nur 805 Stimmen im Wahlkreis Petrys Landtagskarriere ist beendet

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Petry spielt in der sächsischen Landespolitik künftig keine Rolle mehr.

(Foto: picture alliance/dpa)

Es ist der größte Triumph für die AfD in Sachsen. Bei der Landtagswahl verbuchen die Rechtspopulisten den höchsten Stimmenzuwachs aller Parteien und landen auf dem zweiten Platz. Die ehemalige Parteichefin Petry erlebt mit ihrer Kandidatur derweil ein Debakel.

In der Stunde des Triumphs ist für Frauke Petry längst kein Platz mehr. Während die AfD in Sachsen ihr bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl kurz öffentlich feiert und sich dann auf den Elbe-Dampfer "Gräfin Cosel" verabschiedet, steht die inzwischen verstoßene Mitgründerin der Partei beinahe unbemerkt von der Öffentlichkeit im Abseits. Ihre neue Partei kommt auf 0,4 Prozent der Stimmen im Freistaat.

Petry hatte die AfD 2013 mitgegründet. Sie leitet den Rechtsruck der Partei ein und führt die AfD ein Jahr nach Gründung ins Europaparlament. Ebenfalls 2014 gelingt mit ihr als Spitzenkandidatin der erste Einzug in ein deutsches Landesparlament: in Sachsen. Ein Jahr später rückt sie an die Bundesspitze der Partei. Doch sie kann die national-konservativen Kräfte nicht bändigen, die sie erst ins Abseits und dann aus der Partei drängen.

Bei der Bundestagswahl im gleichen Jahr gelingt es ihr, mit dem Einzug ins Parlament nochmals ein Ausrufezeichen zu setzen. Sie holt sogar ein Direktmandat. Doch der Fraktion der Rechtspopulisten schließt sie sich schon nicht mehr an, kurz darauf tritt sie ganz aus der Partei aus. Sie sitzt jedoch weiterhin im sächsischen Landtag und im Bundestag - und gründet ihre eigene Partei.

Hinter Tierschutzpartei und NPD

Mit der Blauen Partei tritt sie nun auch erneut in Sachsen an. Die Landesliste umfasst 16 Kandidaten. Drei von ihnen bewerben sich auch um den direkten Einzug in den Dresdner Landtag. Petry sammelt in ihrem Wahlkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge 3 jedoch gerade einmal 805 Erststimmen ein. Das entspricht 2,0 Prozent. Es ist zugleich das beste Ergebnis der drei Direktbewerber ihrer Partei.

Fünf Jahre zuvor hatte sie - in einem anderen Wahlkreis - noch fast elf Prozent der Erststimmen erhalten. Nun schneiden selbst die Kandidaten von Freien Wählern und FDP besser ab. Das Direktmandat erringt Sachsens AfD-Generalsekretär Jan Zwerg mit mehr als einem Drittel der abgegebenen Stimmen. Im Wahlkreis landet die 44-Jährige auf Platz sieben. Ihre Partei kommt in diesem Wahlkreis sogar nur auf Rang zehn und landet noch hinter Tierschutzpartei und NPD. Am Sonntag endete damit nach sechseinhalb Jahren die politische Karriere der sechsfachen Mutter in Sachsen. Die einstige AfD-Chefin sitzt allerdings weiterhin im Bundestag, als parteilose Abgeordnete.

Auf der Elbe schippert derweil die "Gräfin Cosel". Deren Namensgeberin galt dereinst als kluge und besonnene Frau. Doch der Politikbetrieb zu Zeiten Augusts des Starken stellte die Königsgeliebte kalt. Sie wurde vom Hof verbannt und lebte fast 50 Jahre arrestiert auf einer Burg. Dass die AfD-Spitze ausgerechnet dieses Schiff wählte, ist aber bestimmt nur ein Zufall.

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Quelle: n-tv.de, jwu

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