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Pikante Nachrichten geleakt Poggenburg nennt AfD "Rattenloch"

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André Poggenburg war bis März 2018 Partei- und Fraktionschef der AfD in Sachsen-Anhalt.

(Foto: picture alliance / Sebastian Kah)

Intrigen und Streitereien sorgen beim AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt für Ärger. Mehrfach wurden interne Chats und pikante Nachrichten veröffentlicht. Ex-Landeschef Poggenburg geht dabei nicht zimperlich mit seiner Partei um.

Nicht zum ersten Mal sorgen geleakte Chatnachrichten für Ärger beim AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt. Auf der linken Internetplattform "Indymedia" wurden unter dem Titel "André Poggenburg und seine sexuellen Eskapaden" private, offenbar sehr intime Nachrichten veröffentlicht. Diese soll Sachsen-Anhalts Ex-AfD-Chef, André Poggenburg, einer Frau geschickt haben, wie mehrere Medien berichten. Mittlerweile wurde der Beitrag gelöscht. Poggenburg vermutet Gegner aus den eigenen Reihen hinter der Veröffentlichung und teilt gegen seine Partei aus.

Bei den Daten handelt es sich, laut "Mitteldeutscher Zeitung", um Fotos von WhatsApp-Nachrichten, die zwischen 2015 und Sommer 2018 erstellt wurden. Unter anderem soll es in den Chats um erotische Vorlieben gehen. Die Nachrichten seien äußerst kompromittierend, räumte Poggenburg in der Zeitung ein. Seine Lebenspartnerin und er hätten sich aktuell eine "Denkpause verordnet". Sie habe den Chatverlauf nicht so lustig gefunden.

Nach der Veröffentlichung der privaten Nachrichten machte Poggenburg seinem Ärger in einer internen Chat-Gruppe des Landesverbands Luft. Auch diese Nachrichten wurden nun öffentlich. Unter anderem die Magdeburger "Volksstimme" zitiert aus dem Chatverlauf.

Poggenburg bezeichnet AfD als "Rattenloch"

Es sei ungeheuerlich, "dass hier Leute innerhalb unserer Partei mit dem linken Mob und Feind paktieren und diesem die Screenshots erstellt und zugespielt haben!!! Ich frage mich ernsthaft, was für ein Rattenloch eine Partei oder Fraktion überhaupt sein kann und traue eine solche niederträchtige Tat nur äußerst wenigen meiner Gegner zu", heiße es in dem Chat.

Gegen die Veröffentlichung der intimen Nachrichten geht Poggenburg mittlerweile auch strafrechtlich vor. "Das ist weit unter der Gürtellinie. Deshalb stelle ich Strafanzeige", sagte er etwa der "Volksstimme". Er gehe davon aus, dass parteiinterne Gegner sein Image beschädigen wollten. "Dabei nehmen sie die Beschädigung der Partei mit in Kauf."

Poggenburg und der Landesverband Sachsen-Anhalt hatten schon mehrfach Ärger wegen geleakter Chat-Nachrichten. Im Juni 2017 waren Protokolle einer geschlossenen Chat-Gruppe öffentlich geworden. In dieser schrieb Poggenburg unter anderem "Deutschland den Deutschen". Der Ausspruch ist als Parole der rechtsextremen NPD bekannt. Auch aus den eigenen Reihen hatte es damals scharfe Kritik gegeben. Der Parteivorstand sprach eine Rüge aus. Der 43-Jährige entgegnete, mit seiner Äußerung habe er lediglich die Programmatik der AfD zum Ausdruck gebracht.

Nach weiteren umstrittenen Reden war der 43-Jährige, der zum rechtsnationalen Flügel der AfD gehört, im März auf internen Druck von der Doppelfunktion als Partei- und Fraktionschef in Sachsen-Anhalt zurückgetreten.

Quelle: n-tv.de, pvo/dpa

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