Politik

Bomben in St. Petersburg Polizei fahndet nach zwei Verdächtigen

Wer ist für den Bombenanschlag in St. Petersburg mit mindestens elf Toten verantwortlich? Berichten zufolge gibt es zwei Verdächtige, nach denen gefahndet wird. Sie sollen die Bomben in einer U-Bahn und einem U-Bahnhof deponiert haben.

Nach dem Anschlag in der russischen Stadt St. Petersburg suchen die Behörden Medienberichten zufolge nach zwei Verdächtigen. Einer von ihnen soll die Bombe in einer Aktentasche unter einem Sitz in der U-Bahn platziert haben, wie die Agentur Interfax unter Berufung auf Sicherheitskreise meldete. Der andere soll eine Bombe an der Metro-Station Ploschtschad Wosstanija (Platz des Aufstands) deponiert haben. Der zweite Sprengsatz wurde von Sicherheitskräfte entdeckt und unschädlich gemacht. Ein Verdächtiger wurde den Berichten zufolge von einer Überwachungskamera gefilmt.

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Die Explosion hat ein Loch in den Waggon gerissen.

(Foto: imago/Russian Look)

Bei dem Anschlag starben mindestens elf Menschen, Dutzende wurden verletzt. Den Angaben nach explodierte ein Sprengsatz in einem Zug auf der Fahrt zwischen zwei Stationen im Zentrum. Präsident Wladimir Putin war an diesem Montag in St. Petersburg, hielt sich aber nach Angaben seines Sprechers im Vorort Strelna auf. Putin sagte bereits kurz nach der Detonation, es würden alle Möglichkeiten einschließlich eines Terror-Anschlags in Betracht gezogen.

Die staatliche Untersuchungsbehörde leitete ein Verfahren wegen eines terroristischen Anschlags ein. Es werde aber weiterhin in alle Richtungen ermittelt. Russische Medien veröffentlichten ein Foto von einer Person, die von der Polizei in Zusammenhang mit dem Anschlag gesucht werde.

Mindestens elf Tote

Die Explosion hatte sich gegen 14.40 Uhr an einem belebten Nahverkehrsknotenpunkt ereignet – am U-Bahnhof Technologisches Institut. Die U-Bahn im Zentrum der Stadt war zu dieser Zeit zwischen zwei Stationen unterwegs. TV-Sender zeigten Bilder von Verletzten, die auf einem Bahnsteig lagen. In der Seite des Waggons war ein großes Loch zu sehen.

Kurze Zeit später wurde in der U-Bahnstation am Wosstanija-Platz ein selbstgebauter Sprengsatz gefunden. Er wurde "rechtzeitig entschärft", wie die russischen Anti-Terror-Behörden mitteilten. Der Sprengsatz sei mit Metallteilen versehen gewesen, um die tödliche Wirkung zu verstärken. Alle Metro-Stationen in St. Petersburg wurden geschlossen, am Abend nahm die U-Bahn wieder ihren Betrieb auf.

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Am U-Bahnhof Technologisches Institut gedenken Menschen der Opfer.

(Foto: REUTERS)

Sieben Menschen wurden bei der Explosion sofort getötet, sagte Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa. Vier weitere Menschen seien später ihren Verletzungen erlegen. 45 Menschen seien verletzt worden, sechs von ihnen schwer.

Moskau und Paris sind alarmiert

Der örtliche Gouverneur Georgi Poltawtschenko mahnte zur Besonnenheit: "Ich appelliere an die Bürger von St. Petersburg und die Gäste der Stadt, im Lichte der Ereignisse wachsam und vorsichtig zu sein und sich verantwortlich zu verhalten." In der Hauptstadt Moskau wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, Details nannten die Behörden nicht.

Zudem kündigten die russischen Sicherheitsbehörden verschärfte Überwachungen an allen Verkehrsknotenpunkten und belebten Plätzen in Russland an.

Das französische Innenministerium kündigte an, als Konsequenz aus den Ereignissen in St. Petersburg auch in Paris die Sicherheitsvorkehrungen für den öffentlichen Nahverkehr zu verstärken. In Frankreich herrscht wegen mehrerer Anschläge islamistischer Extremisten der Ausnahmezustand.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa/rts

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