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Brandanschlag auf Synagoge Polizei in Göteborg verhaftet Tatverdächtige

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Das "brennende Objekt", das in den Hof der Synagoge geworfen wurde, konnte umgehend gelöscht werden.

(Foto: dpa)

Im schwedischen Göteborg versuchen Maskierte einen Brandanschlag auf eine Synagoge. Das Feuer kann gelöscht werden. Nun verhaftet die Polizei drei Verdächtige und erhöht landesweit die Sicherheitsmaßnahmen.

Nach einem versuchten Brandanschlag auf die Synagoge der zweitgrößten schwedischen Stadt Göteborg hat die Polizei drei Tatverdächtige festgenommen. Die Staatsanwaltschaft habe für die drei Verdächtigen Untersuchungshaft angeordnet, teilte die Polizei mit. Bei dem versuchten Anschlag wurde ein "brennendes Objekt" in Richtung des Gotteshauses geworfen, das nach Polizeiangaben am Boden brannte und dann gelöscht werden konnte. Verletzte gab es nicht.

Die jüdische Gemeinde teilte auf ihrer Internetseite mit, eine Gruppe von Maskierten habe etwas Brennendes in den Hof der Synagoge geworfen. Augenzeugen sagten lokalen Medien, es habe sich um Molotowcocktails gehandelt, was die Polizei zunächst nicht bestätigte. Zum Zeitpunkt der Tat hielten sich rund 20 Jugendliche in einem angrenzenden Raum auf. Sie flüchteten zunächst in den Keller und konnten das Gebäude später sicher verlassen.

Gemeinde sieht Zusammenhang mit Jerusalem-Frage

Der schwedische Regierungschef Stefan Löfven und die Stadtregierung von Göteborg verurteilten den Angriff. Der Jüdische Weltkongress (WJC) forderte die schwedischen Behörden auf, die Sicherheit ihrer Bürger zu gewährleisten. Terror gegen die jüdische Gemeinde in Göteborg sei Anlass zu extremer Besorgnis und Wachsamkeit, hieß es in einer Mitteilung des WJC in New York.

Der Vertreter der jüdischen Gemeinde, Allan Stutzinsky, brachte den Vorfall mit der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels in Verbindung. "Die Ereignisse der vergangenen Tage zwischen Trump und Israel und die Spannungen zwischen Israel und Palästina - solche Sachen führen immer zu größeren Bedrohungen", sagte er der Tageszeitung "GT".

Trump hatte Jerusalem am Mittwoch als ungeteilte Hauptstadt Israels anerkannt und angekündigt, die US-Botschaft von Tel Aviv dorthin zu verlegen. Trumps Entscheidung rief weltweit Empörung und Proteste hervor. In Schweden wurden landesweit die Sicherheitsvorkehrungen vor Synagogen verschärft.

Quelle: n-tv.de, fhe/AFP/dpa

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