Politik

Schmuggel-Affäre um Waffen Poroschenko gerät in Bedrängnis

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Petro Poroschenko soll vor der Schmuggel-Affäre die Augen verschlossen haben. Ein gefundenes Fressen für die Opposition.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der ukrainische Präsident Poroschenko steht vor den näher rückenden Wahlen unter Druck. Grund ist die Schmuggel-Affäre eines engen Vertrauten, es geht um russische Waffen. Poroschenko selbst sei nicht involviert, habe aber auch nichts dagegen unternommen, so Medien.

Rund einen Monat vor der Präsidentschaftswahl in der Ukraine ist Staatschef Petro Poroschenko wegen einer Schmuggel-Affäre eines Vertrauten in Bedrängnis geraten. Laut Bericht des Rechercheverbunds "Unser Geld" verdiente der Vize-Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Oleg Gladkowski, an der illegalen Einfuhr von militärischer Ausrüstung aus Russland in die Ukraine. Gladkowski soll diese zusammen mit seinem Sohn an staatliche Waffenfirmen zu überhöhten Preisen weiterverkauft haben.

Gladkowski und der staatliche Rüstungskonzern Ukroboronprom wiesen die Anschuldigungen zurück. Dennoch kündigte Gladkowski seinen Rückzug aus den Nationalen Sicherheitsrat für die Dauer einer Untersuchung der Vorwürfe an.

Poroschenko selbst war dem Medienbericht zufolge nicht an den illegalen Geschäften beteiligt. Allerdings habe er vor den Aktivitäten seines Vertrauten die Augen verschlossen, berichtete die investigative Internet-Plattform Bihus. Eine Sprecherin des ukrainischen Präsidenten erklärte, Poroschenko habe die Behörden mit Ermittlungen beauftragt.

Rückenwind für Poroschenko-Gegner

Poroschenkos Herausforderer zeigten sich empört über die Berichte. Der in jüngsten Umfragen führende Komiker Wolodimir Selenski warf dem Staatschef vor, mit Blut Geld zu verdienen. Die in Umfragen an dritter Stelle platzierte Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko beschuldigte Poroschenko des Verrats und forderte die Amtsenthebung.

Die Ukrainer wählen am 31. März einen neuen Präsidenten. Viele Bürger sind enttäuscht von Poroschenko und werfen ihm vor, die weit verbreitete Korruption nicht beendet zu haben.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP

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