Politik

Deutliche Mehrheit bei Wahl Portugiesen behalten ihren Präsidenten

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De Sousa ist wohl das, was man einen Präsidenten des Volkes nennt.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Er wartet in Bermuda-Shorts an der Supermarktkasse, er teilt sein Essen mit Obdachlosen und rettet zwei Mädchen aus dem Meer: Wenig verwunderlich, dass Portugals 72-jähriger Präsident beliebt ist. Nun kann er eine weitere Amtszeit antreten - und gegen das entfesselte Coronavirus kämpfen.

Bei der Präsidentschaftswahl in Portugal ist der beliebte konservative Amtsinhaber Marcelo Rebelo de Sousa im Amt bestätigt worden. Nach Auszählung fast aller Stimmzettel erhielt der 72-Jährige 61,6 Prozent der Stimmen. Die sozialistische Kandidatin Ana Gomes kam auf 12,2 Prozent, gefolgt von dem Rechtspopulisten André Ventura mit 11,9 Prozent. Da Rebelo de Sousa die absolute Mehrheit gewann, ist eine zweite Wahlrunde nicht erforderlich.

Trotz des Corona-Lockdowns war die Wahlbeteiligung nicht so niedrig wie befürchtet. In der Hauptstadt Lissabon hatten sich schon kurz nach der Öffnung Schlangen vor den Wahllokalen gebildet, die Wähler wurden zur Eindämmung der Corona-Pandemie nur einzeln eingelassen.

Insgesamt 9,8 Millionen Portugiesen waren zur Wahl aufgerufen, davon 1,5 Millionen im Ausland. Bislang wurden in Portugal alle vier Präsidenten seit dem Ende der Diktatur 1976 für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.

Präsident der Anekdoten

Portugal ächzt unter einer zuletzt extremen Zunahme der Corona-Infektionen. Dies wird weitgehend auf die Ausbreitung der besonders ansteckenden Corona-Mutante B.1.1.7 zurückgeführt, die zunächst in Großbritannien festgestellt worden war. Landesweit gilt seit anderthalb Wochen ein zweiter Lockdown; fast alle Geschäfte, Restaurants sowie mittlerweile auch die Schulen sind geschlossen. Wegen der besorgniserregenden Infektionslage war der traditionelle Wahlkampf-Endspurt gestrichen worden.

Mit dem Chef der Minderheitsregierung, dem Sozialisten António Costa, arbeitet der moderat konservative Präsident einträchtig zusammen. Außerdem gibt es viele sympathische Anekdoten über ihn: Dass er in Bermuda-Shorts geduldig an der Supermarktkasse wartet, bis er an der Reihe ist, dass er sein Essen mit Obdachlosen teilt und dass er ins Meer sprang, um zwei Mädchen, deren Boot umgestürzt war, zur Hilfe zu eilen.

*Datenschutz

Der portugiesische Staatschef hat wenige Vollmachten, kann aber das Parlament für vorgezogene Neuwahlen auflösen. Er wird für fünf Jahre gewählt, maximal zwei Amtszeiten sind möglich.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP