Politik

Kämpfe um Ortschaft GualitschRebellen nähern sich Tripolis

25.07.2011, 08:54 Uhr
2z7o4947-jpg6540983404765745114
Nach einem erneuten NATO-Angriff ist Rauch über Tripolis zu sehen. (Foto: dpa)

Langsam kämpfen sich die libyschen Aufständischen zur Hauptstadt Tripolis vor. Um das Dorf Gualitsch liefern sich die Rebellen Kämpfe mit den Truppen Gaddafis. Deren Angriff kann zurückgeschlagen werden. Die NATO bombardiert derweil einen Militärkomplex Gaddafis.

Die libyschen Rebellen haben einen Angriff der Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi auf das Dorf Gualitsch in der Wüste südlich der Hauptstadt Tripolis zurückgeschlagen. Am Sonntagnachmittag hatte sich aus der von der Regierung kontrollierten Ortschaft Al Assabaa eine Kolonne mit Zivilisten genähert, wie ein AFP-Reporter berichtete. Die Zivilisten hätten an einem Kontrollposten der Aufständischen den Rebellen erklärt, dass sie von den Regierungstruppen vorgeschickt worden seien, um sie vor einem drohenden Angriff zu warnen.

Nachdem die Kolonne in Richtung Al Assabaa zurückgekehrt war, habe tatsächlich der Angriff auf die Ortschaft begonnen. Nach Angaben des AFP-Reporters gelang es den Aufständischen aber, den Angriff mittels Raketen zurückzuschlagen.

Luftangriff auf Militärkomplex

Am Abend waren immer noch Schüsse und Explosionen zu hören. Während der Kämpfe überflogen NATO-Flugzeuge die Region. Später trafen aus der Stadt Sliten mehrere dutzend Aufständische als Verstärkung ein. Gualitsch, das rund hundert Kilometer südlich von Tripolis auf dem Weg zur Hauptstadt liegt, war in den vergangenen Wochen bereits wiederholt Schauplatz heftiger Kämpfe.

2z7o5624-jpg5128854024056247578
Gaddafi gab sich derweil kämpferisch. (Foto: dpa)

Die NATO hatte am Wochenende erneut den Militärkomplex Gaddafis im Süden von Tripolis bombardiert. Augenzeugen berichteten von Explosionen und von schwarzem Rauch, der über der Garnison Bab al-Asisija aufstieg. Kurz zuvor hatte Gaddafi in einer Audio-Botschaft an seine Anhänger die Tunesier und Ägypter beschimpft, die ihre autoritären Präsidenten vor gut einem halben Jahr durch Volksaufstände gestürzt hatten. "Was habt ihr mit diesen Revolutionen erreicht? Den Ersatz des einen Regimes durch das andere?", sagte er in der vom staatlichen Fernsehen ausgestrahlten Rede.

Den ägyptischen Ex-Präsidenten Husni Mubarak rühmte Gaddafi als "arm und bescheiden". Er sollte "nicht gedemütigt, sondern verehrt werden", meinte der exzentrische Libyer. Mubarak befindet sich derzeit im Krankenhaus unter Arrest. Ihm soll am 3. August in Kairo der Prozess gemacht werden.

Quelle: AFP/dpa