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Neuer Fall in FretterodeRechtsextreme sollen Journalisten angegriffen haben

26.03.2026, 10:06 Uhr
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Untersuchungen am möglichen Tatort. Dort lebt der bekannte Neonazi Thorsten Heise. (Foto: picture alliance/dpa)

Einem Bericht zufolge wird ein Team von Spiegel TV bei Dreharbeiten in Thüringen attackiert. Tatverdächtig sind zwei Rechtsextreme. Es ist nicht das erste Mal, dass es dort zu so einem Vorfall kommt.

Im thüringischen Fretterode sind drei Journalisten offenbar von Rechtsextremen tätlich angegriffen worden. Zwei Männer im Alter von 22 und 56 Jahren setzten am Mittwochabend neben körperlicher Gewalt möglicherweise Reizstoff gegen die Medienvertreter ein, wie die Polizei in der Landeshauptstadt Erfurt mitteilte. Die Journalisten seien mit leichten Verletzungen im Krankenhaus behandelt und später wieder entlassen worden.

Laut Mitteldeutschem Rundfunk (MDR) soll der Angriff einem Team von Spiegel TV bei Dreharbeiten vor dem Haus des Rechtsextremisten Thorsten Heise gegolten haben. Unmittelbar danach alarmierten die Medienvertreter die Polizei. Die beiden Tatverdächtigen wurden laut den Beamten gestellt und festgenommen.

Ihre Wohnungen wurden durchsucht, wobei mögliches Beweismaterial beschlagnahmt wurde. Die Verdächtigen wurden zudem vom Erkennungsdienst erfasst und später mangels Haftgründen auf Weisung der Staatsanwaltschaft Mühlhausen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Zu den genauen Hintergründen der Tat, einschließlich einer möglichen politischen Tatmotivation sowie der Verwendung von Reizstoffen wurden laut Polizei Ermittlungen wegen Körperverletzung aufgenommen. Diese übernahm später das Thüringer Landeskriminalamt.

Weiterer Angriff vor acht Jahren

Im Jahr 2018 hatten in Fretterode zwei Männer, die der rechtsextremen Szene zugeordnet werden, zwei Journalisten angegriffen. Das Landgericht Mühlhausen verurteilte sie 2022 wegen Sachbeschädigung und gefährlicher Körperverletzung. Im Jahr 2024 hob der Bundesgerichtshof das Urteil wegen Rechtsfehlern auf.

Das Landgericht hatte festgestellt, dass der Mann und der damals Heranwachsende die Journalisten mit einem Auto verfolgt hatten, als diese ein mutmaßliches Treffen von Neonazis auf dem Grundstück des damaligen Thüringer NPD-Chefs Heise beobachten und fotografieren wollten.

Der jüngere Angeklagte habe die beiden bemerkt und geglaubt, einen von ihnen der sogenannten Göttinger Antifa zuordnen zu können. Die Angeklagten hätten den Journalisten nach der Verfolgungsjagd verkehrsbedingt den Fluchtweg versperrt, sodass sie mit ihrem Wagen nicht hätten vorbeifahren können.

Es sei zu einem Zusammenstoß und einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Danach habe die Spiegelreflexkamera eines Journalisten gefehlt. Die Angeklagten stehen seit Dezember erneut vor dem Landgericht Mühlhausen. Zu Prozessbeginn waren sie laut MDR 26 und 31 Jahre alt. Der Prozess ist bis Mai terminiert.

Quelle: ntv.de, rog/AFP

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