Politik

Brite will bei Nachwahl antretenRechtspopulist Nigel Farage legt Parlamentsmandat nieder

07.07.2026, 16:18 Uhr
00:00 / 03:13
Nigel-Farage-statement-Reform-UK-leader-Nigel-Farage-makes-a-statement-to-the-media-at-the-party-headquarters-in-Millbank-central-London-following-his-statement-Picture-date-Tuesday-July-7-2026
Farage steht wegen umstrittener Spenden in der Kritik. (Foto: picture alliance / PA Images)

Reform UK führt in Großbritannien die Umfragen an. Doch Parteichef Farage steht wegen umstrittener Spenden in der Kritik. Nun gibt der Rechtspopulist sein Mandat auf. Seine politische Karriere will "Mr. Brexit" damit aber nicht beenden.

Der Chef der britischen Rechtspopulisten Nigel Farage legt sein Parlamentsmandat nieder - und will in einer Nachwahl erneut antreten. Das sagte der Vorsitzende der Partei Reform UK, die derzeit in Großbritannien die Umfragen anführt. Der einstige Brexit-Vorkämpfer war zuvor wegen umstrittener Spenden in die Schlagzeilen geraten.

"Ich war in meinem Leben noch nie wütender", sagte Farage in einer emotionalen Ansprache, in der er den Medien eine Kampagne gegen sich und seine Familie vorwarf. Seine Sicherheit und die seiner Angehörigen würden aufs Spiel gesetzt, so Farage. Die Bürgerinnen und Bürger des Wahlkreises Clacton in der Grafschaft Essex sollten nun über sein Handeln urteilen, sagte er. "Ich werde kämpfen, um zu gewinnen."

Abgeordnete in Großbritannien müssen ihre Nebeneinkünfte und Spenden offenlegen - auch für den Zeitraum von bis zu einem Jahr vor ihrer Wahl. Das hatte Farage in den vergangenen Wochen immer wieder lästige Nachfragen durch Journalisten eingebracht. 

Nicht der erste taktische Rücktritt

Die "Sunday Times" berichtete am Sonntag, ein wegen Betrugs verurteilter Krypto-Unternehmer habe vor Farages Einzug ins Parlament für dessen Sicherheit und Mitarbeiter gezahlt. Ein Abgeordneter der Liberaldemokraten forderte daraufhin eine Untersuchung durch den Ethikbeauftragten des Unterhauses. Gegen den Chef der Partei Reform UK läuft bereits eine Untersuchung wegen einer nicht deklarierten Millionenspende eines anderen Krypto-Milliardärs.

Farage ist Chef der Rechtsaußen-Partei Reform UK, die derzeit in Umfragen vorn liegt. Bei den Kommunalwahlen in England im Mai gewann sie fast 1500 Sitze. Bei einer wichtigen Nachwahl für einen Parlamentssitz im Nordwesten Englands im Juni unterlag ihr Kandidat allerdings deutlich dem Labour-Politiker Andy Burnham. Dieser gilt als voraussichtlicher Nachfolger von Premierminister Keir Starmer, der Ende Juni seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Für den auch als "Mr. Brexit" bekannten Farage ist es nicht der erste taktische Rücktritt. Schon kurz nach dem aus seiner Sicht erfolgreichen Brexit-Referendum 2016 trat Farage als Chef der Ukip-Partei ab - nur um später an der Spitze der neu gegründeten Brexit-Partei wieder ins Rampenlicht zurückzukehren. Die Partei wurde später in Reform UK umbenannt. Auch deren Vorsitz legte Farage nach dem tatsächlichen EU-Austritt im Frühjahr 2021 nieder. Kurz vor der Parlamentswahl im Juli 2024 kehrte er dann an die Parteispitze zurück.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP

GroßbritannienRechtspopulismusNigel Farage