Politik

Bolsonaro legt Präsidenteneid ab Rechtsradikaler regiert Brasilien

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Im Rolls Royce und begleitet von Schimmeln beginnt Jair Bolsonaro seinen Korruptionskampf.

(Foto: dpa)

Brasilien hat ein neues Staatsoberhaupt: Für die kommenden Jahre leitet der ultrarechte Jair Bolsonaro die Geschickes des Landes. Unter anderem will er Korruption bekämpfen. Seinen Anhängern präsentiert er sich im Luxuscabriolet.

Der rechtsradikale Politiker Jair Bolsonaro ist neuer Präsident Brasiliens. Der 63-Jährige hat bei einer Zeremonie im Kongress der Hauptstadt Brasilia seinen Amtseid abgelegt. Vorher war er gemeinsam mit seiner Ehefrau Michelle in einem offenen Rolls Royce durch die Hauptstadt Brasilia gefahren. Seine Anhänger skandierten am Straßenrand seinen Wahlkampfslogan: "Brasilien über alles, Gott über alles."

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Tausende Brasilianer sind nach Brasilia gekommen, um der Amtseinführung von Jair Bolsonaro beiwohnen zu können.

(Foto: REUTERS)

In seiner Antrittsrede kündigte Bolsonaro vor den Abgeordneten an, Brasilien "vom Joch der Korruption, der Kriminalität, der wirtschaftlichen Verantwortungslosigkeit und der ideologischen Unterwerfung" zu befreien. Zu seinem Kabinett zählen der prominente Anti-Korruptionsermittler Sergio Moro und der ultraliberale Wirtschaftswissenschaftler Paulo Guedes.

Mehr Waffen, weniger Schutzgebiete

Der ehemalige Fallschirmjäger und langjährige Abgeordnete Bolsonaro hatte im Oktober die Präsidentschaftswahl gewonnen. Er ist berüchtigt wegen seiner rassistischen, frauen- und schwulenfeindlichen Äußerungen sowie seines unverblümten Lobes für die Militärdiktatur der Jahre 1964 bis 1985. Er hat angekündigt, keine weiteren Schutzgebiete für indigene Gemeinschaften auszuweisen und den Zugang zu Waffen zu erleichtern.

Bolsonaros Anhänger sehen in ihm hingegen eine Art Retter des Vaterlandes. Angesichts grassierender Korruption und Kriminalität in Brasilien war es dem Hauptmann der Reserve gelungen, im vor allem über die Onlinenetzwerke geführten Wahlkampf das Image des hart durchgreifenden Saubermanns zu verbreiten und damit zu punkten.

Zur Amtseinführung waren als ausländische Gäste unter anderem Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu, Chiles Präsident Sebastián Piñera und Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban dabei. US-Präsident Donald Trump wurde von seinem Außenminister Mike Pompeo vertreten.

Quelle: ntv.de, chr/dpa/AFP