Politik

Konflikt um Kaschmir Rosa Taube steht unter Spionageverdacht

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Die Grenzregion Kaschmir ist seit Jahrzehnten Anstoß militärischer Auseinandersetzungen.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Zwischen Indien und Pakistan kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen um die Region Kaschmir. Das indische Militär meldet nun einen Schlag gegen mögliche Spionage des Erzfeindes. Stein des Anstoßes: eine angemalte Taube. Der mutmaßliche Besitzer des Tieres dementiert eine geheimdienstliche Absicht.

Indische Streitkräfte haben kürzlich eine rosa angemalte Taube gefangen, die sie für einen möglichen Spion aus dem verfeindeten Nachbarland Pakistan halten. Die Taube hatte einen Ring mit Zahlen um ein Bein und das sei ein Grund zur Sorge, sagte ein Polizist der Zeitung "Times of India". Beamte versuchten nun, den Code zu entschlüsseln. Schon früher hat Indien Tauben mit Nachrichten aus dem Nachbarland abgefangen.

Inzwischen hat sich ein Mann aus einem pakistanischen Dorf gemeldet, der sagt, das Tier gehöre ihm. Der Vogel sei als Vorbereitung für ein anstehendes Renntaubenturnier unterwegs gewesen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Solche Turniere sind in Pakistan verbreitet und Gewinner erhalten viel Preisgeld. Auf dem Ring am Bein der Taube stehe seine Handynummer. Damit hätte er sichergehen wollen, dass niemand seinen wertvollen Vogel klaue. Er bittet den indischen Premierminister Narendra Modi, ihm die Taube zurückzugeben.

Indien und Pakistan streiten sich schon Jahrzehnte um die Herrschaft in der Grenzregion Kaschmir im Himalaya. So kommt es seit der Unabhängigkeit des früheren Britisch-Indiens und der Trennung des Kolonialgebiets in die beiden Länder immer wieder zu Auseinandersetzungen an der Grenze. Am Mittwoch etwa hatten pakistanische Streitkräfte nach eigenen Angaben eine Aufklärungsdrohne abgeschossen, die bis zu 650 Meter in den pakistanischen Luftraum eingedrungen war. Die beiden Atommächte haben auch schon Kriege gegeneinander geführt.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa