Politik
Mittwoch, 14. Februar 2007

Nur drei Kinder pro Paar: Ruanda plant Gesetz

Ruanda will die Zahl der Kinder pro Familie per Gesetz auf drei begrenzen, um die zunehmende Armut im Land zu bekämpfen. Ein entsprechender Gesetzentwurf werde derzeit von Parlamentariern vorbereitet, sagte Francois Sekamondo, der im Ministerium für Wirtschaftsplanung für die demographischen Statistiken zuständig ist. Der Vorschlag beinhalte jedoch keine Strafen für Eltern, die sich nicht an die Vorgabe halten. Vielmehr seien Anreize geplant.

Die Geburtenrate in Ruanda ist eine der höchsten auf dem afrikanischen Kontinent - die Frauen bekommen im Schnitt rund sechs Kinder. Die Bevölkerung nimmt jährlich um drei Prozent zu. Den Behörden zufolge ist das Bedürfnis nach einer großen Familie auf den Völkermord von 1994 zurückzuführen, bei dem 800.000 Menschen getötet wurden.

Der Bevölkerungszuwachs übe jedoch extremen Druck auf die Wirtschaft aus, sagte Sekamondo. Problematisch sei, dass die Geburtenrate in ländlichen Regionen am höchsten sei - dort seien jedoch 72 Prozent der Menschen arbeitslos. Dies führe dazu, dass die Armut jährlich um 93 Prozent zunehme.

Bei einer Volkszählung 2002 wurde die Bevölkerung Ruandas auf 8,2 Millionen geschätzt. Bis 2007 soll sie 9,3 Millionen betragen. Derzeit werden Verhütungsmittel nur von zehn Prozent der Bevölkerung benutzt. Die Regierung will erreichen, dass diese Rate in den nächsten fünf Jahren auf 70 Prozent steigt.

Quelle: n-tv.de