Politik

Tote Rekruten im Donbass Russen schwören Ukraine bei Trauerfeier Rache

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In diesen Trümmern sollen Hunderte russische Soldaten begraben liegen.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

In der Silvesternacht greift die Ukraine erfolgreich eine russische Militärunterkunft an. Wie viele Soldaten sterben, bleibt unklar. Aber während in der Hauptstadt Moskau die Militärführung ins Visier gerät, geht es bei einer Trauerfeier in der möglichen Heimat der toten Rekruten vor allem um Rache.

In der russischen Stadt Samara hat es eine Trauerfeier für die Soldaten gegeben, die zu Silvester im von Moskau besetzten Gebiet der Ukraine bei einem Angriff Kiewer Truppen ums Leben kamen. "Wir zerschlagen den Feind", versicherte eine Rednerin, eine Generalsgattin, lokalen Medien zufolge bei der Veranstaltung. Zu der von kremlnahen Organisationen abgehaltenen Kundgebung kamen demnach etwa 500 Menschen.

Russlands Verteidigungsministerium hatte zuvor den Tod von 63 Rekruten nach einem Artillerieschlag der Ukraine eingeräumt. Inoffiziell ist von weit höheren Zahlen die Rede. Bildern nach wurde bei dem Artillerieschlag das Gebäude, in dem die Rekruten, darunter wohl auch viele Mobilisierte aus der Region Samara, untergebracht waren, völlig zerstört. Anschließend gab es in russischen sozialen Netzwerken auch Kritik an der eigenen Militärführung, die die Soldaten auf engstem Raum und noch dazu in der Nähe von Waffen und Munition einquartiert hatte.

Bei der Trauerfeier in Samara wurden den Berichten zufolge keine Fehler der eigenen Generalität noch die Anwesenheit russischer Soldaten in der Ukraine diskutiert. Die Redner sprachen sich vielmehr für eine Fortsetzung der Kriegshandlungen aus. Anders sah es in der russischen Hauptstadt aus, wo scharfe Kritik an der Militärführung geäußert wurde. "Zehn Monate nach Beginn des Krieges ist es gefährlich und kriminell, den Feind als einen Dummkopf zu betrachten, der nichts sieht", sagte Andrej Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des Moskauer Stadtparlaments.

"Wer wird die Zahl glauben?"

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Moskau hatte am Montag den Tod von 63 Soldaten in der von Russland kontrollierten Stadt Makijiwka in der ostukrainischen Region Donezk eingeräumt. Dem Verteidigungsministerium zufolge haben vier Raketen mit hochexplosiven Sprengköpfen einen "temporären Stützpunkt" der russischen Armee in der Stadt Makijiwka getroffen. Russischen Kriegsreportern zufolge waren die Soldaten in einer Berufsschule stationiert.

Die ukrainische Armee spricht sogar von bis zu 400 russischen Soldaten, die bei dem Luftschlag getötet wurden. Auch der frühere Anführer pro-russischer Separatisten in der Ostukraine, Igor Girkin, glaubt, dass der Kreml nicht die volle Wahrheit sagt. Die Soldaten seien in einem ungeschützten Gebäude stationiert gewesen, erklärte er. In dem Gebäude sei Munition gelagert gewesen, die beim Angriff detoniert sei. In russischen Onlinenetzwerken hieß es ebenfalls: "Mein Gott, wer wird die Zahl von 63 glauben?"

Quelle: ntv.de, chr/dpa/AFP

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