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RTL/n-tv Trendbarometer SPD-Mehrheit will keine Doppelspitze

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Olaf Scholz und Klara Geywitz haben die besten Karten im Rennen um den Parteivorsitz.

(Foto: imago images / Camera4)

Nach dem Rücktritt von Andrea Nahles muss der SPD-Parteivorsitz neu besetzt werden. Dabei kristallisiert sich bereits ein Favoritenduo heraus. Eine Doppelspitze ist allerdings gar nicht im Sinne der Parteimitglieder.

Das Rennen um den SPD-Parteivorsitz nimmt an Fahrt auf. Inzwischen haben sich sieben Duos für die Doppelspitze beworben. Allerdings sehen es 56 Prozent der Parteimitglieder laut RTL/n-tv Trendbarometer nicht als sinnvoll an, dass die SPD künftig von zwei Personen geführt wird. Auch die Hälfte der weiblichen SPD-Mitglieder (49 Prozent) ist gegen eine Doppelspitze, bei den Männern ist die Ablehnung größer: 59 Prozent sind dagegen. Eine Urwahl durch alle Parteimitglieder befürworten dagegen 82 Prozent der SPD-Mitglieder.

Einen Favoriten für die Wahl der neuen SPD-Führung gibt es bereits. Wenn jetzt gewählt werden würde, lägen Olaf Scholz und Klara Geywitz vorn: 26 Prozent der Mitglieder würden sich derzeit für sie entscheiden. Dahinter rangieren Karl Lauterbach und Nina Scheer (14 Prozent), Gesine Schwan und Ralf Stegner (13 Prozent) sowie Petra Köpping und Boris Pistorius (12 Prozent). Mit Abstand folgen Simone Lange und Alexander Ahrens sowie Christina Kampmann und Michael Roth (je 7 Prozent).

Dazu haben noch drei Einzelkandidaten ihren Hut in den Ring geworfen. Für Robert Maier, Karl-Heinz Brunner und Hans Wallow würden so gut wie keine Mitglieder stimmen. Das führende Duo Scholz/Geywitz hat seine größten Chancen bei "Pragmatikern" (36 Prozent) sowie bei jenen, die die Große Koalition fortsetzen wollen (36). Geringeren Zuspruch haben Scholz und Geywitz bei den Partei-Funktionären und den "Dogmatikern" (jeweils 22) sowie bei denen, die die GroKo beenden wollen (13).

Diese Kluft zwischen regierungswilligen und regierungsunwilligen Parteimitgliedern dürfte laut Forsa-Chef Manfred Güllner auch die Wahl der neuen SPD-Führung überlagern: "Die schon immer ausgeprägte Neigung vieler SPD-Mitglieder, lieber in der Opposition die hehren Werte zu propagieren statt Verantwortung für Regierungshandeln zu übernehmen, hat sich aktuell verstärkt."

Weiterhin "Ja" zur GroKo

Die neue SPD-Führung soll neuen Schwung für die Bundestagswahlen 2021 bringen, an einen Umschwung glauben aber nur wenige. Nur sieben Prozent der SPD-Mitglieder sind der Überzeugung, dass sich die Umfragewerte ihrer Partei bis zur nächsten Bundestagswahl deutlich verbessern werden. 43 Prozent vertrauen darauf, dass sich die Sympathiewerte der SPD "etwas verbessern" werden - aber fast die Hälfte (47 Prozent) glaubt nicht daran, dass es mit der eigenen Partei in absehbarer Zeit aufwärtsgehen könnte.

Steht die Politik der SPD in der Großen Koalition noch in Übereinstimmung mit den sozialdemokratischen Grundwerten? 49 Prozent der Mitglieder bejahen diese Frage, 48 Prozent sagen Nein. 54 Prozent der Befragten sind dagegen, dass die Große Koalition "so bald wie möglich beendet" wird - 42 Prozent sind dafür. Während drei Viertel der "Pragmatiker" die "GroKo" nicht beenden möchten, ist die Hälfte der "Dogmatiker" für deren baldiges Aus.

Für die von Forsa durchgeführte Befragung des RTL/n-tv Trendbarometers wurden über 1.000 Sozialdemokraten gefragt, wie sie die Situation ihrer Partei und deren politische Zielsetzung bewerten, was sie von der Urwahl des neuen Vorsitzes sowie einer Doppelspitze halten - und welche Kandidaten derzeit die größten Chancen haben.

Quelle: n-tv.de, mba

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