Politik

"Von Wirklichkeit abgewendet" Sarrazin: SPD droht, zur Sekte zur werden

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Will SPD-Mitglied bleiben: Thilo Sarrazin.

(Foto: imago images/Christian Mang)

Wegen parteischädigenden Verhaltens soll Thilo Sarrazin aus der SPD geworfen werden. Der ehemalige Finanzsenator klammert sich an seine Mitgliedschaft und fürchtet, die Sozialdemokraten könnten "von einer Volkspartei zu einer Sekte absteigen".

Berlins Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin zeigt sich trotz seines Parteiausschlusses weiter entschlossen, SPD-Mitglied zu bleiben - und greift die Sozialdemokraten erneut scharf an. Der Versuch, ihn wegen seines Buches auszuschließen, zeige, dass es um Gesinnung gehe und nicht um Wahrheit, schreibt Sarrazin in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag".

Die SPD-Führung solle "den Einstieg in eine inhaltliche Debatte" als Chance sehen. "Sie ist sonst in Gefahr, von einer Volkspartei zu einer Sekte abzusteigen, die sich von der Wirklichkeit abwendet und an Gesinnungen klammert. Das möchte ich vermeiden, darum bleibe ich in der SPD."

Ende Januar war die Entscheidung der SPD-Landesschiedskommission bekanntgeworden, wonach die SPD den früheren Berliner Finanzsenator und Bestseller-Autor wegen parteischädigenden Verhaltens ausschließen darf. Auslöser des Verfahrens war Sarrazins 2018 erschienenes Buch "Feindliche Übernahme: Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht".

Sarrazin hat angekündigt, gegen die Entscheidung in Berufung zu gehen. "Die Grundwerte der SPD - Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität - fand ich überzeugend und finde das heute noch", schreibt er in dem Gastbeitrag. "In den letzten Jahren hat sich die SPD programmatisch immer mehr verengt und vom Problembewusstsein der breiten Schichten der Bevölkerung weiter entfernt."

Quelle: ntv.de, mba/rts