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Uni Düsseldorf hält dicht Schavan: "Ich werde kämpfen"

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Schavans Platz am Kabinettstisch blieb am Mittwoch leer. Grund war allerdings eine Israelreise der Ministerin.

(Foto: dapd)

In Düsseldorf beschäftigt sich eine Kommission mit den Plagiatsvorwürfen gegen Bildungsministerin Schavan. Die Beschuldigte selbst weilt in Israel und gibt sich aus der Ferne bereit dazu, der wissenschaftlichen Debatte um ihre Promotion zu begegnen. Die SPD ist sich dagegen sicher: "Israel war ihre Abschiedsreise."

Bundesbildungsministerin Annette Schavan geht in der Plagiatsaffäre um ihre Doktorarbeit in die Offensive. "Ich werde kämpfen", sagte sie am Rande eines Israel-Besuchs. "Das bin ich mir schuldig, und das bin ich der Wissenschaft schuldig." Die SPD legte der Vertrauten von Kanzlerin Angela Merkel dagegen den Rücktritt nahe.

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Michael Piper steht der Uni Düsseldorf vor.

(Foto: dpa)

An der Uni Düsseldorf beschäftigte sich derweil die zuständige Prüfungskommission mit dem Fall der Ministerin. Über den Stand des Verfahrens machte der Rektor der Hochschule, Michael Piper, in einer ersten Stellungnahme aber keine Angaben. Piper verwies auf ein Schreiben der Anwälte von Schavan, wonach ohne die Zustimmung der Politikerin keine Informationen herausgegeben werden sollten. Damit ist auch nicht klar, ob die Universität Schavan zu einer Stellungnahme auffordern will.

Das Gremium der Philosophischen Fakultät, an der die Politikerin vor 32 Jahren promovierte, war am Nachmittag zusammengetreten. Die Kommission beriet über das interne Gutachten zu Schavans Doktorarbeit, dessen Bekanntwerden die Ministerin am Wochenende in die Enge getrieben hatte.

SPD sieht Schavan "irreparabel beschädigt"

Der Gutachter Stefan Rohrbacher unterstellt Schavan darin nach Medienberichten eine Täuschungsabsicht. Die Universität hat sich per Strafanzeige gegen Unbekannt auf die Suche nach der undichten Stelle begeben, durch die das Gutachten publik wurde. Piper bedauerte erneut, dass Teile des Gutachtens an die Öffentlichkeit gelangt sind, und bezeichnete die Weitergabe als "kriminelles Verhalten eines bislang Unbekannten".

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf prüft nach der Strafanzeige die Aufnahme von Ermittlungen, wie ein Sprecher mitteilte. In der Anzeige der Hochschule sei der Kreis möglicherweise infrage kommender Personen nicht genannt worden. Das Gutachten war nur für den Promotionsausschuss bestimmt, 15 Personen hatten es bekommen.

SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann sagte über Schavan: "Als Bildungs- und Forschungsministerin ist sie bereits jetzt irreparabel beschädigt." Mit Blick auf den Jerusalem-Besuch fügte er hinzu: "Ich glaube, Israel war ihre Abschiedsreise." Unabhängig von der aktuellen Debatte habe er hohen Respekt vor der politischen Lebensleistung der CDU-Politikerin.

Hält das Gutachten der Prüfung stand?

Aus der schwarz-gelben Koalition erfuhr Schavan erneut Unterstützung. "Auch für eine Ministerin muss gelten, dass es keine Vorverurteilungen geben darf", sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe. Oppermann vergreife sich im Ton. CSU-Chef Horst Seehofer nannte die Vorgänge an der Uni Düsseldorf sehr problematisch. Der FDP-Bildungsexperte Patrick Meinhardt sagte: "Ich fordere ein faires Verfahren und ein Ende der politischen Treibjagd von Rot-Grün."

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Hamburgs Ressortchef Ties Rabe (SPD), äußerte sich zur Frage nach einem Rücktritt Schavans zurückhaltend. "Wir sollten erst einmal sorgfältig die Fakten klären und allen Seiten die Gelegenheit zu einer Stellungnahme geben", sagte er.

Renommierte Bildungsforscher übten harsche Kritik am Gutachten der Universität Düsseldorf. Gegenüber der "Zeit" bezeichneten die emeritierten Erziehungswissenschaftler Elmar Tenorth und Helmut Fend die Ergebnisse des Vorsitzenden des Promotionsausschusses, Rohrbacher, als "gravierende Fehleinschätzung".

Quelle: n-tv.de, dpa

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