Politik

Keine Frage des Geldes Scholz schiebt Impfstoff-Knappheit auf EU

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"Impfen hat oberste Priorität", sagt Olaf Scholz.

(Foto: imago images/photothek)

Die Corona-Impfungen in Deutschland und anderen europäischen Ländern laufen nur schleppend an, weil zu wenig Impfstoff zur Verfügung steht. Das Versäumnis liegt für Finanzminister Scholz bei der EU, die für die Bestellungen verantwortlich ist.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat die Strategie der Europäischen Union beim Einkauf von Corona-Impfstoffen kritisiert. "Es wäre gut gewesen, Europa hätte mehr Impfstoff bestellt. Viel weiter über den eigenen Bedarf hinaus", sagte der SPD-Kanzlerkandidat der "Süddeutschen Zeitung". Am Geld wäre ein solches Vorgehen aus seiner Sicht nicht gescheitert. "Über den Kauf der Impfstoffe hat die EU-Kommission verhandelt. Wenn die Kommission von uns weitere Finanzmittel erbeten hätte, hätten wir auch der EU zusätzliches Geld überwiesen."

Von dem für diesen Montag geplanten "Impfgipfel" bei Kanzlerin Angela Merkel erwartet Scholz Klarheit darüber, in welchem Zeitraum wie viele Bürger geimpft werden können. "Impfen hat oberste Priorität", sagte er. Dies müsse sich nun auch in einem Konzept niederschlagen. "Es reicht als Planung nicht, dafür neben den Impfzentren irgendwann die Hausärzte einbeziehen zu wollen. Das scheint mir als Konzept zu sehr aus dem Ärmel geschüttelt zu sein."

Für ehrgeizig hält Scholz das von der Kanzlerin und Gesundheitsminister Jens Spahn ausgegebene Ziel, bis Ende des Sommers allen Bürgern ein Impfangebot zu unterbreiten. "Diese Zusage haben Kanzlerin und Gesundheitsminister gegeben. Wenn ich die aktuelle Debatte über Impfstofflieferungen verfolge und hochrechne, müssen wir uns sehr anstrengen", antwortete er auf die Frage, ob er Zweifel habe, dass das Ziel zu erreichen ist.

Nach dem schleppenden Start der Corona-Impfungen in Deutschland kommen Merkel und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder am Montagnachmittag zu einem Krisengipfel zusammen. An der Videokonferenz nehmen auch Vertreter der Impfstoff-Hersteller und der EU-Kommission teil.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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