Politik

Gespräche an kritischem Punkt Schulze befürchtet Scheitern des Klimagipfels

Die UN-Klimakonferenz in Madrid wird sich weiter in die Länge ziehen: Weil die teilnehmenden Staaten sich bislang nicht auf ein Papier einigen können, tagen die Politiker bis zum Abend - möglicherweise sogar bis in die Nacht. Bundesumweltministerin Schulze sagt n-tv, die Situation sei ernst. Die Bremser dürften nicht das letzte Wort haben.

Nach Angaben von Bundesumweltministerin Schulze wird sich der UN-Klimagipfel in Madrid noch bis in den Abend oder gar in die Nacht hinein ziehen. Gegenüber n-tv sagte sie, die Situation sei ernst und der Ausgang offen. "Es sind erste abschließende Texte auf den Tisch gelegt worden, die nicht einigungsfähig sind und so hier nicht verabschiedet werden können. Das hier in den letzten Stunden zu erleben, das ist wirklich eine ernste Situation", sagte sie n-tv. "Wir versuchen hier alles, um die Präsidentschaft zu stärken und ein Ergebnis zu bekommen", erklärte Schulze weiter. Es könne nicht sein, dass diejenigen, die bremsen, das Ergebnis der Weltklimakonferenz entscheiden.

Die chilenische Präsidentschaft der Weltklimakonferenz hat die Teilnehmerstaaten zu größerer Kompromissbereitschaft aufgerufen, um das Treffen doch noch zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Den knapp 200 Staaten werde ein neuer, ehrgeizigerer Textentwurf vorgelegt, sagte Andrés Landerretche, Koordinator der chilenischen Regierung für die Konferenz. Der Entwurf werde aufnehmen, was von der überwiegenden Zahl der teilnehmenden Staaten gefordert werde. 

Landerretche rechnet nach eigenen Worten damit, dass der UN-Gipfel am Abend oder spätestens in der Nacht zum Sonntag zu Ende geht. "Wenn der neue Text als ehrgeizig genug akzeptiert wird, dann gehen wir ins Abschlussplenum und beenden diese Konferenz", sagte Landerretche. Die Möglichkeit einer Veschiebung des Gipfels ohne Abschluss wolle er derzeit nicht in Betracht ziehen. Es werde auf Hochtouren daran gearbeitet, ein erfolgreiches Ergebnis vorzulegen. Das zweiwöchige Treffen hätte eigentlich bereits am Freitagabend zu Ende gehen sollen

Als Treiber in den Verhandlungen präsentieren sich unter anderem die EU und Deutschland. Im Deutschen Pavillon auf dem Messegelände beriet am Samstagnachmittag die "High Ambition Coalition", ein Bündnis für mehr Ambition beim Klimaschutz, und teilte mit, sie wolle auf ein besseres Ergebnis hinwirken.

Es geht dieses Jahr bei den Verhandlungen unter anderem darum, das Regelwerk für den internationalen Klimaschutz weitgehend abzuschließen. Besonders umstritten ist aber auch, wie nachdrücklich die Staaten in der Abschlusserklärung aufgefordert werden sollen, 2020 ehrgeizigere Pläne zum Einsparen von Treibhausgasen bis 2020 vorzulegen.

Quelle: ntv.de, sgu/dpa