Politik

Späte Impfstoff-Bestellung Schwesig macht Bundesregierung schwere Vorwürfe

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Corona-Gruß: Manuela Schwesig trifft Nikolaus Blome von RTL/ntv zum Interview.

(Foto: RTL/ntv)

Von der Bundesregierung habe es nie einen Hinweis darauf gegeben, "dass die Europäische Union nicht frühzeitig genug Impfstoff bestellt", sagt die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig. Sie wirft der Bundesregierung vor, die Länder im Unklaren gelassen zu haben.

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, warnt vor der Einschätzung, in den nächsten Monaten sei der Impf-Rückstand für Deutschland noch aufzuholen. "Alles, was man jetzt verpasst, kann man nicht automatisch im August nachholen", sagte die SPD-Politikerin in einer Dokumentation für RTL/ntv.

Schwesig machte dem Bund zugleich schwere Vorwürfe. Sie kritisiert, von der Bundesregierung viel zu lange im Unklaren über die Beschaffungsprobleme gelassen worden zu sein. "Ich habe mehrfach in der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) nachgefragt, eigentlich jedes Mal, wenn wir MPK hatten, wo stehen wir bei den Impfstoffen. Dort wurde immer berichtet, dass es sehr gut aussieht."

Programmhinweis

Mehr zum Thema heute um 20.15 Uhr: Dann zeigt RTL die Dokumentation "Zwischen Hoffnung und Tod - Wer hat Schuld am deutschen Impf-Desaster?" Anschließend wird die Doku auch bei TV NOW zu sehen sein.

Es habe nie einen Hinweis darauf gegeben, "dass man die Sorge hätte, dass die Europäische Union nicht frühzeitig bestellt", so Schwesig. "Ich wäre im Traum nicht darauf gekommen, dass man bei dem allerwichtigsten Thema in der Pandemie, Impfstoff, nicht ganz vorne dran ist mit dem Bestellen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Vorgehen bei den Impfstoff-Bestellungen stets verteidigt. "Ich finde, dass die Grundentscheidungen richtig waren", sagte sie Anfang Februar im Interview mit ntv und RTL. "Wir haben uns entschieden, sorgfältig bei der europäischen Medizinagentur eine Zulassung vorzunehmen, die valide ist." Das habe gedauert, sei aber gründlicher und baue Vertrauen auf. "Deshalb ist es ein bisschen langsamer gegangen, das ist richtig, aber ich glaube, wir werden da auch noch ein ganzes Stück aufholen."

RTL zeigt heute um 20.15 Uhr die Dokumentation "Zwischen Hoffnung und Tod - Wer hat Schuld am deutschen Impf-Desaster?". Die Doku wird anschließend auch bei TV NOW zu sehen sein. "Unser Reporter-Team hat in Berlin, Brüssel, den Bundesländern und bei mehreren Impfstoff-Herstellern recherchiert, interne Akten eingesehen und mit den Verantwortlichen gesprochen", so Nikolaus Blome, Ressortleiter Politik & Wirtschaft bei RTL News. "Die Ergebnisse deuten auf eine Mischung aus Unvermögen, Überforderung und eitler Wurstigkeit hin."

Quelle: ntv.de

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