Politik

Gefechte im Jemen Separatisten nehmen Präsidialpalast ein

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Bei Anschlägen auf ein Militärlager und eine Polizeistation in Aden sind bislang mindestens 30 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit fünf Tagen kommt es im Jemen zu Kämpfen zwischen Separatisten und Truppen der Regierung. 30 Menschen sterben. Nun haben die Aufständigen den Präsidialpalast eingenommen, in dem sich auch Regierungsbüros befinden. Die Lage spitzt sich zu.

Bei Gefechten zwischen Regierungstruppen des Jemen und den Separatisten im Süden des Landes sind mindestens 30 Menschen getötet worden. Dutzende weitere seien verletzt worden, heißt es aus ärztlichen Kreisen. Die Todeszahl werde angesichts der schweren Verletzungen vermutlich noch ansteigen. In Aden kommt es seit Mittwoch zu verstärkten Kämpfen zwischen Truppen der international anerkannten Regierung und den Separatisten vom sogenannten südlichen Übergangsrat (STC). Diese wollen sich vom Nordjemen abspalten und einen eigenen Staat gründen.

Nach Angaben der Separatisten eroberten diese bis zum Abend den Präsidialpalast, in dem auch Regierungsbüros untergebracht sind. Beim Vorrücken stießen sie auf keinen Widerstand, da die Garde den Komplex kampflos geräumt hatte, wie einheimische Quellen berichteten. "Einige der Gardisten sind sogar zum STC übergelaufen." Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die meisten seiner Minister arbeiten Berichten zufolge allerdings aus Riad in Saudi-Arabien. Die Anhänger des STC erklärten am Samstag, mehrere Lager der Präsidentengarde eingenommen zu haben. Eine unabhängige Bestätigung für die Berichte gab es zunächst nicht.

Der STC wird von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) unterstützt, die Regierungstruppen haben dagegen den Rückhalt Saudi-Arabiens. Der Bruch Saudi-Arabiens und der VAE, die die Huthi-Rebellen eigentlich gemeinsam bekämpfen, wird im jemenitischen Bürgerkrieg zunehmend deutlich.

Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis hatte zuvor erklärt, erneut eine Drohne der Huthi-Rebellen abgefangen zu haben. Die Drohne habe die saudische Stadt Chamis Muschait nahe der jemenitischen Grenze als Ziel gehabt, berichteten saudische Medien am Samstag. Die Huthis erklärten zudem, einen Flughafen in der saudischen Stadt Abha mit Drohnen angegriffen zu haben.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa

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