Politik

Der Salafismus und der Terror Sicherheitsbehörden sind besorgt

Muslime feiern Opferfest Eid al-Adha: Indische Muslime beten in den Ruinen der Abdul-Aziz-Shah-Moschee in Neu Delhi. Das Opferfest ist das höchste islamische Fest und wird weltweit begangen.

Gerade junge Männer fühlen sich von der religiösen Propaganda angezogen.

(Foto: dpa)

Was macht einen Mann zum Serienkiller? Im Falle des Attentäters von Toulouse spielte offenbar der radikale Salafismus eine große Rolle. Er steht heute meist für einen extrem rückwärtsgewandten Islam. Einige salafistische Gruppen predigen den bewaffneten Kampf, die Sicherheitsbehörden sind alarmiert.

Der mutmaßliche Wer ist der Täter von Toulouse? soll sich durch Kontakt mit dem salafistischen Islam radikalisiert haben. Weltweit beobachten Sicherheitsbehörden die Ausbreitung des Salafismus mit Sorge. Vor allem junge Muslime werden offenbar von der religiösen Propaganda angezogen, die auch über das Internet verbreitet wird.

Salafisten wollen an eine stark idealisierte Frühzeit des Islam anknüpfen. Sie geben vor, sich nur am Koran, dem Propheten Mohammed und den "Altvorderen" - arabisch "salaf"- zu orientieren. Damit verwerfen sie die über Jahrhunderte gewachsene islamische Theologie. Obwohl eine ursprüngliche Denkrichtung des Salafismus von einer Vereinbarkeit von Islam und Moderne ausgeht, steht der Begriff heute meist für einen extrem rückwärtsgewandten Islam.

Der Salafismus ist keine einheitliche Bewegung, sondern Oberbegriff für teilweise sehr unterschiedliche Strömungen im sunnitischen Islam. Auch der in Saudi-Arabien vorherrschende Wahhabismus wird dem Salafismus zugerechnet.

Einige salafistische Gruppen verfolgen politische Ziele. Sie wollen durch intensive Propaganda und Missionierung Einfluss auf Staat und Gesellschaft gewinnen. Dazu nehmen sie auch an Wahlen teil. In Ägypten errang die salafistische Al-Nur-Partei etwa ein Viertel der Stimmen.

Andere Gruppen predigen dagegen den bewaffneten Kampf. Die nordafrikanische "Organisation al-Kaida des Islamischen Maghreb" (AQMI) hieß früher "Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf" (GSPC). Sie wird mit vielen Terroranschlägen in Verbindung gebracht.

Quelle: n-tv.de, AFP

Mehr zum Thema