Politik

"Erneuter Lockdown schützt alle" Spahn: Bundesweite Gefahr durch Hotspots

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Jens Spahn warnt, dass aus einem lokalen Ausbruch schnell ein bundesweiter werden könne.

(Foto: picture alliance/dpa)

Momentan konzentrieren sich die meisten Neuinfektionen in Deutschland auf bestimmte Regionen. Das bedeute allerdings nicht, dass sie kein Risiko für den Rest des Landes darstellen, mahnt Gesundheitsminister Jens Spahn und verteidigt die neuerlichen Lockdowns in NRW. Sie würden allen Bürgern helfen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor der bundesweiten Gefahr durch regionale Corona-Hotspots gewarnt. "Wenn man es diesem Virus zu leicht macht, dann breitet es sich auch ganz schnell wieder aus", sagte der CDU-Politiker in der ARD. Er verstehe die Enttäuschung in den nordrhein-westfälischen Landkreisen Gütersloh und Warendorf, für die Corona-Lockerungen nach dem massiven Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies wieder weitgehend zurückgenommen wurden.

Es sei jetzt wichtig, auch deutlich zu machen, dass dies zum Schutz sowohl für die Bürger vor Ort wie auch aller Menschen im Bundesgebiet erforderlich sei, mahnte Spahn. Nach dem Ausbruch in Heinsberg etwa habe man gesehen, "wie schnell aus lokalem Geschehen dann auch bundesweites werden kann".

Der innenpolitische Sprecher der FDP im Bundestag, Konstantin Kuhle, sagte im Deutschlandfunk, lokal auf den Ausbruch zu reagieren, sei der richtige Weg. Beschränkungen müssten so lokal wie möglich geschehen. "Aber man muss sich schon die Frage stellen, ob man nicht im Einzelnen auch noch kleinere Einheiten finden kann, um auf solche Infektionsausbrüche zu reagieren." Kreise seien nicht kreisförmig um einen Infektionsherd herum gestaltet. Bei nachweislich Infizierten und deren Kontaktpersonen müssten die Quarantänemaßnahmen mit aller Härte durchgesetzt werden. "So viel Öffnung wie möglich, aber so viel Quarantäne und so viel Beschränkungen wie nötig."

Bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh hatten die Behörden in der vergangenen Woche einen massiven Corona-Ausbruch registriert. Dort wurden mehr als 1550 der etwa 7000 Beschäftigten positiv auf das Coronavirus getestet. In den Kreisen Gütersloh und Warendorf gelten nun unter anderem wieder strenge Kontaktbeschränkungen.

Freizeitaktivitäten in geschlossenen Räumen sind nicht mehr gestattet, Ausstellungen und Museen müssen wieder schließen, ebenso Bars, Fitnessstudios und Saunen. Geschäfte sowie Restaurants und Speisegaststätten können dagegen geöffnet bleiben, Letztere aber nur noch für Menschen aus einem Hausstand.

Quelle: ntv.de, ibu/AFP/dpa