Politik

Kein Deal mit Assad Sterben in Syrien geht weiter

1.jpg

Panzer der syrischen Armee in einem Vorort von Damaskus (Archivbild).

(Foto: picture alliance / dpa)

Syrien hat nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten einen blutigen Donnerstag erlebt. Ein Vertreter spricht von rund 170 Toten. Es handle sich um den blutigsten Tag seit dem theoretischen Inkrafttreten des Waffenstillstands am 12. April. Washington und London dementieren, dass über eine Immunität für Präsident Assad diskutiert werde.

Bei anhaltenden Kämpfen und schweren Zusammenstößen in Syrien sind allein am Donnerstag nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten fast 170 Menschen getötet worden. Dem Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, zufolge waren die meisten Opfer Zivilisten. Die USA und Großbritannien wiesen unterdessen zurück.

Es handle sich um den blutigsten Tag seit dem theoretischen Inkrafttreten des Waffenstillstands am 12. April und um "einen der blutigsten Tage seit dem Beginn der Revolte" gegen die Regierung, sagte Abdel Rahman. Der Stelle zufolge wurden mindestens 104 Zivilisten, 54 Soldaten und zehn Aufständische getötet. Die Organisation berief sich auf Augenzeugenberichte von vor Ort.

In der Region Homs wurden der Beobachtungsstelle zufolge mindestens 31 Zivilisten getötet, in Daraa starben 24 Zivilisten und in der Rebellenhochburg Duma nahe der Hauptstadt Damaskus 30 Zivilisten. Von dort berichteten Einwohner von anhaltenden Schüssen. Weitere Todesopfer wurden aus den Städten Aleppo im Norden und Deir Essor im Osten sowie aus Hama und Idlib gemeldet. Seit dem Beginn des Aufstands im März 2011 starben damit bereits mehr als 15.000 Menschen. Die meisten von ihnen waren Zivilisten.

Kampfpilot flieht nach Jordanien

Die Außenministerien in Washington und London wiesen unterdessen Berichte britischer Zeitungen zurück, wonach beide Länder über eine mögliche Immunität für Assad diskutiert hätten, sollte dieser die Macht abgeben. Es gebe "kein neues Angebot" an Assad, erklärte das britische Außenamt. In Washington hieß es, die Geschichte sei "nicht wahr". Unter anderem der "Guardian" und der "Daily Telegraph" hatten über derlei Pläne und eine mögliche Konferenz in Genf unter Vermittlung der UNO berichtet, zu der Assad reisen könne.

Unterdessen floh ein syrischer Offizier mit seinem Kampfflugzeug über die Grenze nach Jordanien. Die jordanische Regierung gewährte dem Kampfpiloten Asyl. Die syrische Regierung warf dem Deserteur Verrat vor und forderte die Rückgabe des Kampfjets.

Quelle: ntv.de, AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen