Politik

Angreifer rief "Allahu akbar" Terror-Verdacht nach Messerattacke bei Paris

ddb131ddaea5e7b3f2dbb57e8e6b4175.jpg

Schwer bewaffnete französische Sicherheitskräfte waren gestern in Villejuif bei Paris im Einsatz.

(Foto: REUTERS)

In einem Pariser Vorort geht ein Mann mit einem Messer auf Passanten los. Er tötet einen Menschen und verletzt zwei weitere, bevor er erschossen wird. Schnell ist klar: Der Täter ist psychisch krank. Nun gibt es aber auch Hinweise auf ein terroristisches Motiv.

Einen Tag nach dem tödlichen Messerangriff in der Nähe von Paris hat die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Es gebe Anzeichen für eine Radikalisierung des Täters und darauf, dass er die Tat vorbereitet habe, teilte die Staatsanwaltschaft in der französischen Hauptstadt mit. Das rechtfertige den Terror-Verdacht trotz der psychischen Störung des Angreifers.

Zuvor hatte bereits die örtliche Staatsanwaltschaft neue Details zu den Ermittlungen bekanntgegeben. Der 22-jährige Nathan C. habe bei der Tat "Allahu akbar" (Gott ist groß) gerufen, erklärte die Staatsanwältin von Créteil, Laure Beccuau, bei einer Pressekonferenz. Er habe zudem einen Passanten verschont, der sich durch das Aufsagen eines Gebets auf Arabisch als Muslim zu erkennen gegeben habe. Danach habe der Angreifer mit "extremer Gewalt" und "extremer Entschlossenheit" seine Taten begangen. Während des Angriffs habe der Täter eine Dscheballa, einen traditionellen arabischen Überwurf, getragen.

Beccuau machte auch weitere Angaben zum Gesundheitszustand des Angreifers. Dieser sei bis Mai in einer psychiatrischen Einrichtung in Behandlung gewesen, erklärte sie. Demnach litt er seit seiner Kindheit an psychischen Problemen. 2017 konvertierte er den Angaben zufolge zum Islam.

Täter war unter dem Radar der Behörden

Bei dem Messerangriff in einem Park im südlichen Pariser Vorort Villejuif waren am Freitag ein Mann getötet und zwei Frauen verletzt worden. Der Angreifer wurde auf der Flucht erschossen. Bereits am Freitag hatten die Ermittler von "psychischen Störungen" des Täters gesprochen. Den Behörden war im Vorfeld keine Radikalisierung des 22-Jährigen aufgefallen.

Die Tat erfolgte wenige Tage vor dem fünften Jahrestag des Angriffs auf die Satirezeitung Charlie Hebdo im Januar 2015. Bei dem islamistischen Anschlag waren zwölf Menschen getötet worden.

Frankreich ist seit 2015 von einer Reihe von Anschlägen getroffen worden, bei denen insgesamt mehr als 250 Menschen starben. Die Angriffe hatten zumeist einen islamistischen Hintergrund. Zuletzt erstach im Oktober ein zum Islam konvertierter Verwaltungsangestellter vier Polizisten im Pariser Polizeipräsidium.

Quelle: ntv.de, hul/AFP/dpa