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"Feuer und Zorn" im Weißen Haus Trump-Anwälte wollen Insider-Buch stoppen

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US-Präsident Donald Trump wird sich wohl nicht auf die neue Lektüre zu den Begebenheiten im Weißen Haus freuen.

(Foto: AP)

Die Enthüllungen im Insider-Buch über den US-Präsidenten reichen von Trumps politischen Verfehlungen über die präsidialen Ambitionen seiner Tochter bis hin zum Styling-Ritual seiner Frisur. Gegen die Veröffentlichung wollen Trumps Anwälte jetzt gerichtlich vorgehen.

Das neue Buch von Michael Wolff, "Fire and Fury: Inside the Trump White House", schlägt bereits Wellen, obwohl es noch nicht veröffentlicht wurde. Auszüge, die das "New York Magazine", der "Guardian" und die "Washington Post" im Vorfeld publiziert hatten, skizzieren ein skurriles Bild von US-Präsident Donald Trump. Dessen Anwälte gehen nun dagegen vor. In einem Schreiben an den Verlag und Autor des Buchs drohen sie mit Klagen.

In dem Schreiben, das der "Washington Post" vorliegt und vom Anwalt Charles J. Harder an den Verleger Henry Holt geschickt wurde, wird die "unverzügliche Unterlassung jeglicher weiteren Veröffentlichung, Publikation oder Verbreitung des Buches" gefordert. Das betreffe auch Auszüge und Zusammenfassungen. Die Anwälte verlangen zudem eine vollständige Fassung des Buches für weitere Untersuchungen.

Zuvor hatten Trumps Anwälte bereits dem ehemaligen Chefstrategen Steve Bannon mit einer Unterlassungsklage gedroht. Dieser hatte im Buch die Söhne des US-Präsidenten scharf kritisiert und schwere Vorwürfe gegen das Wahlkampfteam in der Russland-Affäre erhoben. Bannon drohen nun juristische Schritte wegen übler Nachrede, Beleidigung und Verunglimpfung, aber allen voran, weil er seine Schweigepflicht gebrochen habe.

Trump-Team glaubte nicht an Wahlsieg

Im Rahmen des Wahlkampfs um das Amt des Präsidenten soll sein Beraterteam von einer Niederlage ausgegangen sein. Ebenso wie der Präsident selbst. Als in der Wahlnacht der unerwartete Trend eintrat, Trump könnte tatsächlich gewinnen, soll Trumps Sohn Donald laut Buch erzählt haben, sein Vater hätte geschaut,  als ob er einen Geist erblickt hätte.

"Ehefrau Melania weinte - und zwar nicht vor Freude", heißt es in den vorab veröffentlichten Auszügen des Buches. Über die Präsidentschaft ihres Mannes soll sich Melania demnach nicht gefreut haben, weil ihr vor der Kandidatur angeblich versprochen wurde, weiter ein unauffälliges Leben führen zu können.

Ivanka - erste Frau im Präsidentenamt

Donald Trumps Tochter Ivanka soll hingegen bereits mit einem Auge auf die Präsidentschaft schielen. Ein Auszug des Buches beschreibt eine entsprechende Abmachung mit ihrem Mann Jared Kushner. "Die zwei (Jared Kushner und Ivanka Trump) hatten einen ernsthaften Deal miteinander: Sollte sich in der Zukunft die Möglichkeit bieten, wäre sie diejenige, die sich um die Präsidentschaft bewirbt. Die erste Frau im Präsidentenamt, zog Ivanka in Betracht, würde nicht Hillary Clinton sein; es würde Ivanka Trump sein."

Das bizarr gezeichnete Bild des US-Präsidenten wird noch durch persönliche Eigenheiten bekräftigt. Trump esse etwa häufig McDonald's, aus Angst davor, vergiftet zu werden. "Er hatte eine langjährige Angst davor", heißt es im Buch, "ein Grund, warum er gerne bei McDonald's aß - niemand wusste, dass er kommen würde und das Essen war bereits sicher zubereitet."

Auch das Styling der Frisur des US-Präsidenten wird thematisiert. Tochter Ivanka soll es Freunden des Öfteren beschrieben haben. "Ein absolut glattes Haupt - eine Insel nach einer Kopfhaut-Reduzierungs-Operation - umgeben von einem pelzigen Kreis aus Haar an den Seiten und der Stirn, von wo alle Enden zur Mitte hingezogen, dann nach hinten gestrichen und mit Haarspray fixiert werden." Das Haar sei gefärbt und je länger man es einwirken ließe, desto dunkler würde es. Ungeduld führe dementsprechend zu Trumps orange-blonder Haarfarbe.

Glaubwürdigkeit des Autors bleibt fraglich

Das Buch von Michael Wolff basiert auf 200 Interviews, die er mit aktiven und ehemaligen Angestellten des Weißen Hauses und des Wahlkampfteams geführt hat. Die Glaubwürdigkeit des Autors wird von seinen Kritikern und der US-Regierung in Frage gestellt. Wolff soll dafür bekannt sein, es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen und sie bis zur Grenze des Machbaren auszudehnen.

Wolff selbst widerspricht in seinen Anekdoten teilweise auch Fakten. Laut Buch soll Trump im letzten Jahr nicht gewusst haben, wer der republikanischen Fraktionsvorsitzende John Boehner ist. Dabei hatte der US-Präsident seinen Parteikollegen in mehreren Tweets seit 2011 namentlich erwähnt.

Den getätigten Aussagen im Buch haben zudem bereits mehrere von Wolffs Quellen widersprochen. Darunter befinden sich die ehemalige Beraterin Kate Walsh und Trumps Milliardärs-Freund Thomas Barrack Jr.. Barrack soll den Präsidenten im Buch als "nicht nur verrückt, sondern auch dumm" bezeichnet haben. Gegenüber der "New York Times" bestritt er jedoch so etwas jemals gesagt zu haben.

 

Quelle: n-tv.de

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