Präsident kritisiert DeutschlandTrump: Könnten den Iran in einer Nacht auslöschen
Kurz vor Ablauf seines Ultimatums an Teheran verschärft Trump seinen Ton. Der US-Präsident droht mit der Zerstörung sämtlicher Brücken und Kraftwerke des Landes innerhalb weniger Stunden. Bedenken wegen möglicher Kriegsverbrechen weist er zurück.
US-Präsident Donald Trump hat seinen Druck auf den Iran am Tag vor dem Ablauf seines Ultimatums mit drastischen Worten erhöht. "Das ganze Land kann in einer Nacht ausgelöscht werden, und diese Nacht könnte morgen sein", sagte er am Mittag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz in Washington. Alle Brücken und alle Kraftwerke des Iran könnten binnen "vier Stunden" zerstört werden. Gleichwohl betonte Trump: "Wir wollen nicht, dass das passiert." Die USA könnten dem Iran sogar künftig bei einem Wiederaufbau helfen.
Der US-Präsident hatte dem Iran ein Ultimatum zur Öffnung der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus gesetzt. Die Frist dafür legte er zuletzt nach mehreren Verschiebungen auf Dienstagabend US-Ostküstenzeit (2.00 Uhr MESZ in der Nacht zum Mittwoch). Trump hatte Angriffe auf Energieanlagen und Infrastruktur wie Brücken angekündigt, sollte das Land nicht einlenken.
Trump erneuerte auch seine Kritik an Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten die USA das zerstörte Land unterstützt. "Wir haben Deutschland wieder aufgebaut." Und nun sage die Bundesregierung, es sei nicht ihr Krieg und sie habe damit nichts zu tun. Der Republikaner bekräftigte zudem seine Kritik an der Haltung der Nato-Verbündeten insgesamt. Er habe die Partnerländer gebeten, bei der Öffnung der Straße von Hormus zu helfen, aber sie hätten unisono gesagt: "Nein, nein nein, (wir) helfen nicht."
"Und dann hat Iran eine Wahl"
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte nach Trumps Rede eine deutliche Ausweitung der amerikanischen Luftangriffe an. "Heute wird, auf Anweisung des Präsidenten, der größte Umfang an Angriffen seit Beginn des Einsatzes geflogen", sagte Hegseth während der Pressekonferenz im Weißen Haus. "Und dann hat Iran eine Wahl." Für den folgenden Tag kündigte er eine weitere Intensivierung an: "Morgen sogar noch mehr als heute."
Vor der Pressekonferenz hatte Trump bei einem Osterfest am Weißen Haus auf eine Journalistenfrage gesagt, ob Angriffe auf die Energie-Infrastruktur des Iran nicht gegen das Kriegsrecht verstoßen würden: "Darüber mache ich mir keine Sorgen." Ein "Kriegsverbrechen" wäre es vielmehr dem Iran zu erlauben, in den Besitz einer Atomwaffe zu gelangen.
Auf die Frage, warum ein Angriff auf die Infrastruktur des Landes kein Kriegsverbrechen sein soll, sagte Trump, weil sie "Tiere" seien. Trump behauptete zudem, die USA hätten einen Regimewechsel im Iran hin zu einer moderateren Führung im Land erreicht. In einer Ansprache an die Nation drohte Trump vergangene Woche gar, den Iran zurück in die "Steinzeit" zu befördern.
