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Montag, 26. Februar 2018

Polizisten-Kritik nach Parkland: Trump: Wäre in Schule gelaufen - ohne Waffe

Der Polizeibeamte in Florida, der während des Schulmassakers am Valentinstag vor Ort war und dennoch nicht in das Geschehen eingriff, wehrt sich gegen den Vorwurf eines Fehlverhaltens. Gleichzeitig legt US-Präsident Trump nach - in der ihm eigenen Art und Weise.

Noch immer ist der Amoklauf in einer Schule in Parkland, Florida, Thema in den USA. Nachdem zunächst die Diskussion um ein schärferes Waffenrecht die öffentliche Debatte bestimmte, steht nun ein Polizist in der Kritik, der bei dem Massaker am Valentinstag vor Ort war, aber nicht eingegriffen hatte. Nachdem US-Präsident Donald Trump den Polizisten Scot Peterson als "Feigling" beschimpft und ihm vorgeworfen hatte, "einen schlechten Job" gemacht zu haben, legte Trump nun nach. Bei einem Treffen mit Gouverneuren der Bundesstaaten im Weißen Haus sagte Trump, er selber würde in einer solchen Situation in das Gebäude hineinlaufen, "selbst wenn ich keine Waffe dabei hätte".

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Der Polizeichef des Verwaltungsbezirks Broward, Scott Israel, hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass der bewaffnete und uniformierte Polizist vor einem der Schulgebäude während des Blutbads mit 17 Toten ausgeharrt und "nichts" getan habe. Peterson hätte hineingehen und "den Killer töten" müssen, sagte Israel.

Peterson wehrt sich

Der Polizist wurde ohne Gehaltsanspruch vom Dienst suspendiert und ging daraufhin in den Ruhestand. Nun wehrte er sich gegen den Vorwurf eines Fehlverhaltens. Der Anwalt des Polizisten, Joseph DiRuzzo, bezeichnete die Vorwürfe Trumps als "offenkundig unwahr". Vielmehr sei Petersons Verhalten "den Umständen angemessen" gewesen.

Petersons Anwalt kritisierte zudem, dass Polizeichef Israel seine Vorwürfe gegen den Beamten öffentlich erhoben habe, ohne die Ergebnisse der internen Untersuchung abzuwarten. Sein Mandant sei sich sicher, durch die Aufzeichnungen einer Überwachungskamera sowie die Aussagen von Augenzeugen entlastet zu werden.

Nach Schilderung des Anwalts war der für die Sicherheit an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland zuständige Beamte zu einem der Schulgebäude gelaufen, weil er einen Alarmhinweis auf "Knallkörper" bekommen habe. Vor Ort habe er dann erkannt, dass die Knallgeräusche von Schüssen stammten. Doch habe er angenommen, dass die Schüsse nicht innerhalb der Schulgebäude fielen, sondern außerhalb irgendwo auf dem Gelände.

In solchen Fällen besagten die Instruktionen der örtlichen Polizei, das die Beamten in Deckung gehen und Kontakt zu Kollegen aufnehmen sollten, führte der Anwalt aus. Peterson sei diesen Anweisungen gefolgt. Der von ihm ausgegebene Alarm habe zur Schließung des gesamten Geländes durch die Polizei geführt.

Erst später habe sich herausgestellt, dass der Schusswaffenangriff nicht draußen, sondern innerhalb eines der Schuldgebäude stattgefunden hatte, erklärte DiRuzzo. Peterson habe daraufhin dem eingetroffenen Sondereinsatzkommando seine Schlüssel für das Gebäude gegeben.   

Der 19-jährige Todesschütze, der aus disziplinarischen Gründen der Schule verwiesen worden war, hatte vom Tatort entkommen können. Er wurde jedoch kurz danach in der nahegelegenen Stadt Coral Springs festgenommen.

Quelle: n-tv.de