Politik

"Bitterer, schrecklicher Mensch" Trump ätzt gegen rausgeworfene Cheney

233694944.jpg

Donald Trump sagt, dass Liz Cheney "keine Persönlichkeit" habe.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Nachdem seine Kritikerin aus der republikanischen Fraktionsführung geworfen wird, tritt Donald Trump heftig gegen Liz Cheney nach. Der ehemalige US-Präsident greift die Republikanerin persönlich an und lästert über ihr politisches Wirken. Auch gegen Cheneys Familie schießt Trump.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump verschickte wenige Minuten nach der Amtsenthebung Liz Cheneys ein Statement, in dem er die ranghohe Republikanerin persönlich angriff und einen "bitteren, schrecklichen Menschen" nannte. Wegen ihrer scharfen Kritik an Trump (wegen seiner nicht belegten Wahlbetrugsvorwürfe) und ihrer Stimme für die Amtsenthebung Trumps (nach dem Kapitol-Sturm am 6. Januar) ist Cheney aus der Fraktionsführung geworfen worden. Die Nummer drei der Konservativen im Repräsentantenhaus wurde bei einer Fraktionssitzung ihres Amtes enthoben.

"Ich habe sie gestern beobachtet und festgestellt, wie schlecht sie für die Republikanische Partei ist", fuhr Trump in seiner Mitteilung fort. "Sie hat keine Persönlichkeit oder etwas Gutes, das mit Politik oder unserem Land zu tun hat." Cheney würde den Demokraten mit ihrer Politik in die Hände spielen. Die 54-jährige Cheney ist die Tochter des früheren Vizepräsidenten Dick Cheney, und auch ihr Vater wurde von Trump in seinem Statement angegriffen.

Trump hat die Republikaner noch fest im Griff

"Sie ist eine Kriegstreiberin, deren Familie uns auf dumme Art und Weise in die unendliche Katastrophe im Nahen Osten getrieben und unseren Reichtum und unser großes Militär erschöpft hat." Dick Cheney war als Vizepräsident George W. Bushs dafür mitverantwortlich, dass die USA die Kriege in Afghanistan und im Irak begannen. Trump spricht in seiner Mitteilung von der "schlimmsten Entscheidung unseres Landes". Als Seitenhieb auf die von ihm stets als "Fake News" kritisierten Medien schrieb Trump am Schluss seines Statements auf sarkastische Art und Weise, er freue sich darauf, Cheney nun als "Mitwirkende bei CNN" zu sehen.

Das System Trump funktioniert auch nach dem Ende seiner Amtszeit noch immer. Jeder, der etwas gegen den ehemaligen Präsidenten hat oder sagt, wird knallhart angegriffen. Republikanische Politiker suchen seine Unterstützung und seinen Zuspruch, auch weil die, die mit ihm brachen, in Umfragen massiv abstürzten. Mehr als 100 Tage nach seinem Amtsende sind Trumps Machtmittel und seine rhetorischen Rundumschläge gleich geblieben und setzen das Fehlen einer Konzession nach seiner Niederlage fort. Der Ex-Präsident hat die Republikaner immer noch fest im Griff - wie der Rauswurf Cheneys erneut beweist.

Quelle: ntv.de, dbe

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.