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Schwere Vorwürfe gegen Pakistan Trump beginnt Streit wegen Bin Laden

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Die USA unterstützen Pakistan mit 1,3 Milliarden Dollar jährlich. Trump habe die Zahlungen aber gestoppt.

imago/UPI Photo

Erst stichelt Donald Trump gegen das eigene Militär, dann macht er Pakistan für die späte Eliminierung von Al-Kaida-Chef Bin Laden verantwortlich. Dem südasiatischen Land streicht der US-Präsident daher sogar die Fördermittel in Milliardenhöhe.

Siebeneinhalb Jahre nach dem Tod von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden hat US-Präsident Donald Trump einen Streit mit der Atommacht Pakistan vom Zaun gebrochen. Trump kritisierte in einem Interview des Senders Fox News erst sein eigenes Militär dafür, Bin Laden nicht früher getötet zu haben, anschließend bemängelte er, dass der Al-Kaida-Chef jahrelang unbehelligt in Pakistan leben konnte. Die Pakistaner würden "nichts für uns tun".

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Der pakistanische Premierminister Imran Khan erwiderte, mit seiner "Tirade" mache Trump das südasiatische Land zum "Sündenbock". Trump sagte Fox mit Blick auf Bin Laden: "Er lebte in Pakistan, wir haben Pakistan unterstützt, wir haben ihnen 1,3 Milliarden Dollar im Jahr gegeben, was wir ihnen übrigens nicht mehr geben, ich habe das gestoppt, weil sie nichts für uns tun."

Auf Twitter legte Trump nach und schrieb, die USA hätten Mittel für Pakistan gestoppt, "weil sie unser Geld nehmen und nichts für uns tun wollten, Bin Laden ist ein Paradebeispiel, Afghanistan ein weiteres". Khan schrieb mit Blick auf Trump: "Er muss über historische Tatsachen informiert werden. Pakistan hat genug darunter gelitten, den Krieg der Vereinigten Staaten zu kämpfen. Jetzt werden wir das machen, was für unser Volk und unsere Interessen am besten ist."

Pakistan will kein "Sündenbock" sein

In einem weiteren Tweet Khans hieß es, statt Pakistan für ihre Versäumnisse verantwortlich zu machen, sollten die USA analysieren, warum die Taliban heute trotz aller militärischen und finanziellen Anstrengungen in Afghanistan stärker als zuvor seien. Die USA werfen Pakistan seit langem vor, die afghanischen Taliban nicht zu bekämpfen oder sogar zu unterstützen.

Bin Laden war im Mai 2011 von einem US-Sonderkommando in Abbottabad nördlich von Islamabad bei einem Einsatz ohne Kenntnis der Pakistaner getötet worden. Nach den Anschlägen in den USA vom 11. September 2001 war Bin Laden aus Afghanistan nach Pakistan geflohen und dort untergetaucht.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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