Politik

Novum unter US-Präsidenten Trump bei Demo von Abtreibungsgegnern

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"Gemeinsam sind wir die Stimme der Stimmlosen", sagte Trump bei seiner Rede.

(Foto: AP)

Um bei konservativen Wählern zu punkten, besucht US-Präsident Trump eine Veranstaltung von Abtreibungsgegnern. "Ungeborene Kinder hatten noch nie einen stärkeren Verteidiger im Weißen Haus", tönt der 73-Jährige. Dabei vertrat Trump vor einigen Jahren noch eine ganz andere Position.

Donald Trump ist als erster US-Präsident jemals bei einer traditionellen Kundgebung von Abtreibungsgegnern in Washington aufgetreten. "Ungeborene Kinder hatten noch nie einen stärkeren Verteidiger im Weißen Haus", sagte der Republikaner beim "March for Life" ("Marsch für das Leben"), der seit 1974 jedes Jahr in der US-Hauptstadt stattfindet.

"Jedes Kind ist ein heiliges und wertvolles Geschenk Gottes", so Trump. Den Demokraten warf er unter dem Applaus Tausender Kundgebungsteilnehmer vor, "die radikalsten und extremsten Positionen" in der Debatte um Schwangerschaftsabbrüche einzunehmen. Zum Auftritt im Zentrum Washingtons kam es kurz vor der Fortsetzung des Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump im nahe gelegenen US-Senat.

Trump stellt sich im November zur Wiederwahl und baut dabei auch auf die Stimmen konservativer Christen. "Sie sind hinter mir her, weil ich für Euch kämpfe, und wir kämpfen für diejenigen, die keine Stimme haben, und wir werden gewinnen, weil wir wissen, wie wir gewinnen können", sagte Trump. "Gemeinsam sind wir die Stimme der Stimmlosen." Der Präsident fügte hinzu: "Jedes Menschenleben - geboren und ungeboren - ist nach dem heiligen Bild des allmächtigen Gottes geschaffen." Er habe den Kongress aufgefordert, Gesetze zum Verbot von Spätabtreibungen zu verabschieden.

In der Vergangenheit hatte Trump sich dafür ausgesprochen, die Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch den Frauen zu überlassen. Während des Wahlkampfes 2016 änderte Trump seine Haltung und erklärte, er trete für den Schutz des ungeborenen Lebens ein. Das Thema Schwangerschaftsabbruch ist in den USA hoch umstritten. Ein Grundsatzurteil des Supreme Courts von 1973, das unter dem Kürzel "Roe v. Wade" bekannt ist, legalisiert Abtreibungen. Trump und viele seiner Republikaner treten dafür ein, dieses Urteil neu aufzurollen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa