Politik

Staatsbesuch startet mit Eklat Trump beleidigt Londons Bürgermeister

US-Präsident Trump befindet sich auf Staatsvisite in Großbritannien. Auf dem Programm stehen Treffen mit der Queen und Premierministerin May. Schon bevor der US-Präsident aus seinem Flieger steigt, ist der erste Skandal perfekt.

Donald Trump ist zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Großbritannien eingetroffen. Der US-Präsident und seine Ehefrau Melania landeten am Morgen auf dem Londoner Flughafen Stansted. Im Laufe des Tages sind diverse Termine mit Mitgliedern des Königshauses geplant. Der Präsident und die First Lady werden zunächst feierlich im Buckingham-Palast empfangen und dort unter anderem mit der Queen zu Mittag essen. Geplant sind auch ein Besuch der Westminster Abbey in London und ein Treffen mit Prinz Charles. Für den Abend ist ein Staatsbankett im Buckingham-Palast angesetzt.

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Bereits vor der Ankunft in London sorgte Trump für einen Eklat. Auf Twitter bezeichnete er den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan als "eiskalten Verlierer", der einen "furchtbaren Job" mache. Khan erinnere ihn sehr stark an den "sehr dummen und inkompetenten" New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio, schrieb Trump in einem zweiten Tweet. De Blasio mache auch einen "furchtbaren Job", Khan sei aber nur "halb so groß" wie sein New Yorker Kollege, der bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr für die Demokraten gegen Trump antreten will. Khan hatte den US-Präsidenten zuvor in einem Zeitungsartikel scharf für dessen "spaltendes Verhalten" angegriffen.

Trump lobt Farage

Trumps Besuch ist höchst umstritten. Millionen Briten unterzeichneten eine Petition, um den Staatsbesuch zu verhindern. In London werden während Trumps Besuch Massenproteste erwartet. Dabei wollen die Veranstalter unter anderem auch einen riesigen Ballon in Form eines Trump-Babys in Windeln aufsteigen lassen. Vor Trump bekamen nur zwei US-Präsidenten die Ehre einer Staatsvisite in Großbritannien: George W. Bush und Barack Obama. 

Am Dienstag trifft Trump die scheidende britische Premierministerin Theresa May, die nach einem monatelangen Machtkampf rund um den Brexit vor wenigen Tagen ihren Rücktritt angekündigt hatte. Kurz vor seinem Besuch hatte sich Trump in aufsehenerregenden Interviews mit britischen Zeitungen in die Brexit-Debatte eingemischt: Er tat darin unter anderem seine Sympathie für den exzentrischen Brexit-Hardliner Boris Johnson als Mays Nachfolger kund und empfahl notfalls einen ungeregelten EU-Ausstieg. Die ungewöhnliche Einmischung in britische Angelegenheiten sorgt auf der Insel für anhaltende Irritationen.

Zugleich stellte Trump in Aussicht, es könne sein, dass er Johnson während seines Besuches treffen werde. "Wir sind befreundet", sagte Trump. "Wir haben eine sehr gute Beziehung." Trump lobte erneut auch den umstrittenen Chef der neuen Brexit-Partei und EU-Abgeordneten Nigel Farage. Auch mit Farage habe er eine sehr gute Beziehung, sagte Trump. Beide wollten ein Treffen. "Wir werden sehen, was passiert."

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa/AFP

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