Politik

Sklaverei-Anhänger verehrt? Trump benennt Militärstützpunkte nicht um

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Obwohl ein Stützpunkt nach einem überzeugten Anhänger der Sklaverei benannt ist, will Trump den Namen nicht ändern.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd drängen derzeit viele Menschen in den USA auf Reformen. In den Fokus geraten dabei auch Militärstützpunkte, die nach ehemaligen Anhängern der Sklaverei benannt sind. Eine Namensänderung lehnt US-Präsident Trump jedoch ab.

US-Präsident Donald Trump hat einer möglichen Umbenennung von nach Südstaaten-Generälen benannten Militärstützpunkten eine kategorische Absage erteilt. Die Streitkräftebasen seien Teil des "großartigen amerikanischen Erbes", schrieb Trump bei Twitter. "Deswegen wird meine Regierung eine Umbenennung dieser wunderbaren und legendären militärischen Einrichtungen nicht einmal in Erwägung ziehen." Seine Tweets beendete Trump mit dem Satz "Respektiert unsere Streitkräfte".

Das Thema hat nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz erneut an Brisanz gewonnen. Zehn Stützpunkte der US-Armee sind nach Generälen der Südstaaten benannt, die sich zwischen 1861 bis 1865 einen verheerenden Bürgerkrieg mit dem Norden geliefert hatten, weil sie an der Sklaverei festhalten wollten. Ein Stützpunkt ist nach dem General Henry Benning benannt, einem überzeugten Anhänger der Sklaverei, ein anderer nach General Robert Lee, der die Südstaaten-Truppen angeführt hatte.

Diese Woche forderte der angesehene pensionierte General David Petraeus, die Militärstützpunkte umzubenennen. Die Südstaaten-Generäle könnten in der heutigen Zeit nicht mehr als "Quelle der Inspiration" dienen. Das Verteidigungsministerium zeigte sich grundsätzlich offen für die Diskussion.

Nach Floyds gewaltsamem Tod am 25. Mai sind bei Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt mehrere Monumente beschädigt worden, die an Südstaaten-Generäle erinnern. In der Stadt Boston wurde zudem eine Statue des Seefahrers Christoph Kolumbus enthauptet, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Kolumbus gilt als "Entdecker" des amerikanischen Kontinents. Kritiker argumentieren aber, er habe der Kolonialisierung und der Tötung zahlloser Ureinwohner den Weg bereitet.

Quelle: ntv.de, can/AFP

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