Politik

Bald Frieden in Afghanistan? Trump bestätigt Abkommen mit Taliban

130388357.jpg

Trump bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

(Foto: picture alliance/dpa)

US-Präsident Trump verkündet die baldige Unterzeichnung eines Abkommens mit Vertretern der Taliban. Damit könnte es nach fast 20 Jahren Krieg eine neue Chance auf Frieden in Afghanistan geben.

Die USA und die militant-islamistischen Taliban stehen vor der Unterzeichnung eines Abkommens über Wege zu Frieden in Afghanistan. Das Golfemirat Katar bereitet eine Unterzeichnungszeremonie in der Hauptstadt Doha für Samstag vor. Washington hatte als Voraussetzung von den Islamisten sieben Tage der "Gewaltreduzierung" in dem kriegszerrissenen Land verlangt. Die sieben Tage hatten vergangenen Samstag begonnen.

Diese Frist verlief lokalen Angaben zufolge zwar nicht gewaltfrei, aber doch erheblich ruhiger als üblich. US-Präsident Donald Trump bestätigte die baldige Unterzeichnung eines Abkommens mit Vertretern der Taliban. US-Außenminister Mike Pompeo werde an der Zeremonie teilnehmen, teilte Trump in Washington mit.

Die Sieben-Tage-Frist war als Test angesehen worden, ob die Taliban ihre Reihen kontrollieren können. Sollte eine Woche lang wirklich weniger Gewalt herrschen, so hatte Pompeo angekündigt, dann wollten die USA mit den Taliban ihr eineinhalb Jahre lang verhandeltes Abkommen am 29. Februar unterzeichnen.

Gespräche mit Kabul werden schwieriger

Dieses soll den Abzug der US-Truppen aus dem Land einleiten. Der Text sieht vor, dass die USA über die kommenden Monate ihre Truppenstärke in Afghanistan zunächst von rund 13.000 auf 8600 reduzieren. Im Gegenzug sollen die Taliban Garantien geben, dass das Land kein sicherer Hafen für Terroristen wird. Sie sollen versprechen, dass sie gegen die Terrormiliz IS und das Terrornetzwerk Al-Kaida kämpfen werden.

Außerdem soll es Friedensgespräche mit der Regierung in Kabul geben. Die Taliban lehnten bislang die Regierung in Kabul als "Marionette" Washingtons ab. Die Verhandlungen über die Zukunft Afghanistans dürften deutlich schwieriger werden und sich weitaus länger hinziehen als die Gespräche zwischen den Taliban und den US-Gesandten. Diese dauerten offiziell rund eineinhalb Jahre.

Zu der Zeremonie in Doha sind Berichten zufolge Vertreter aus rund 20 Ländern geladen, darunter mehrere Außenminister. In der katarischen Hauptstadt Doha sind bereits erste Gäste eingetroffen, darunter der pakistanische Außenminister Shah Mehmood Qureshi. Regierungsvertreter aus Kabul werden an der Unterzeichnung des Abkommens in Doha nicht teilnehmen. Allerdings soll eine Regierungsdelegation die Gelegenheit zu "ersten Kontakten" mit den Aufständischen nutzen. Ein Ende des mit mehr als 18 Jahren längsten Krieges in der US-Geschichte ist ein wichtiges Wahlversprechen Trumps.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/AFP