Politik

Zu Ehren der USATrump beteiligt sich an Marathon-Bibellesung

19.04.2026, 13:10 Uhr
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Trump 2020 mit einer Bibel. (Foto: picture alliance / Everett Collection)

Mit seiner Inszenierung als Heiland zieht US-Präsident Trump nicht nur Kritik des Papstes auf sich. Er rudert halbherzig zurück. In der kommenden Woche möchte er sein Ansehen bei seinen christlichen Unterstützern wiederherstellen - mit einer Bibellesung.

US-Präsident Donald Trump wird in der kommenden Woche an einer öffentlichen Bibellesung teilnehmen. Das teilte die Organisation Christians Engaged in einer Ankündigung mit. "Am 21. April wird Präsident Trump um 18:00 Uhr EST per Videobotschaft aus dem Oval Office aus der Bibel vorlesen", heißt es in der Pressemitteilung. Mehreren US-Medien zufolge zeichnete Trump die entsprechende Passage bereits auf.

Die Aktion "Amerika liest die Bibel" soll zu Ehren des 250. Geburtstags der Vereinigten Staaten an die "Gründungsideale unserer Nation" erinnern. Trumps Teilnahme an der einwöchigen Lesung ist angesichts seines jüngsten Streits mit Papst Leo XIV. besonders bemerkenswert. Trump hatte Anfang der Woche ein KI-generiertes Bild, das ihn selbst als Jesus darstellte, gepostet und dafür harte Kritik geerntet. Später behauptete er, er habe geglaubt, das Bild stelle ihn als Arzt dar, und löschte es.

Für die Videolesung wählte Trump laut den Organisatoren eine Passage aus dem zweiten Buch der Chroniken des Alten Testaments. Die Passage ist in der religiösen Rechten seit Langem als Aufruf zu nationaler Buße und göttlicher Heilung beliebt. Laut der Pressemitteilung werden zahlreiche Regierungsbeamte den Präsidenten bei der Lesung begleiten, darunter Außenminister Marco Rubio, Verkehrsminister Sean Duffy, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Stabschefin Susie Wiles. Hegseth, ein evangelikaler Christ, hatte vor wenigen Tagen ebenfalls Aufsehen erregt, nachdem er im Pentagon ein "Gebet" vorgelesen hatte, das größtenteils dem Film "Pulp Fiction" von 1994 entlehnt war.

Christlicher Nationalismus

Das Weiße Haus hat die Amerikaner seit Trumps erneuter Amtsübernahme dazu aufgerufen, eine Stunde pro Woche zu beten. Auf den offiziellen Social-Media-Konten der Regierung erscheinen Bibelverse und christliche Bilder, Bundesbehörden veranstalten Gottesdienste. Während seines Wahlkampfes 2024 verkaufte Trump eine 60 Dollar teure Bibel mit dem Aufdruck " Gott segne die USA" und seinem Logo.

Die USA haben keine Staatsreligion, die Verfassung sieht die Trennung von Staat und Kirche vor, genauso wie die Religionsfreiheit. Experten sehen jedoch die deutliche Zunahme eines christlichen Nationalismus, dessen Ziel es ist, dem Christentum wieder eine zentrale Rolle im nationalen Selbstverständnis zu geben.

Quelle: ntv.de, sba

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