Politik

Nach Entführung von Maduro Trump bezeichnet sich als "amtierender Präsident Venezuelas"

12.01.2026, 07:01 Uhr
00:00 / 02:27
President-Donald-Trump-talks-to-reporters-as-he-walks-on-the-South-Lawn-of-the-White-House-Sunday-Jan-11-2026-in-Washington
Das Weiße Haus ist offenbar nicht genug für den US-Präsidenten. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Im Rahmen eines Militäreinsatzes nehmen die USA den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro gefangen. Seine Vize Delcy Rodríguez wird anschließend Präsidentin des Landes. Doch Donald Trump hat offensichtlich auch Interesse an dem Posten.

US-Präsident Donald Trump bezeichnet sich in einem Social-Media-Post als Präsident Venezuelas. In einem Beitrag, den er auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte, verbreitete Trump einen Screenshot im Stile des Online-Lexikons Wikipedia, der ihn als "amtierenden Präsidenten von Venezuela" beschreibt. In der Zeile darunter heißt es dann zusätzlich korrekt, er sei auch der 45. und 47. Präsident der USA.

Das US-Militär griff Anfang Januar Ziele in der venezolanischen Hauptstadt Caracas an und entführte in einer Kommandoaktion Präsident Nicolás Maduro. Er wurde gemeinsam mit seiner Frau in die USA gebracht, wo er sich wegen angeblicher Drogendelikte vor Gericht verantworten muss. Maduro wird unter anderem wegen "Drogenterrorismus" angeklagt.

Venezuela wird inzwischen von der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez geführt, die zuvor unter Maduro Vizepräsidentin gewesen war. Trump zufolge stimmt sie sich regelmäßig mit seiner Regierung über den künftigen Kurs des Landes ab, etwa in Gesprächen mit Außenminister Marco Rubio. Die Regierung in Caracas betont hingegen, sie sei nicht an Anweisungen von außen gebunden.

Kurz nach dem Angriff der USA hatte Trump bereits angekündigt, das Land vorerst selbst führen zu wollen - ohne dabei aber eine dauerhafte Militärpräsenz vor Ort herzustellen. "Wir werden das Land so lange regieren, bis wir einen sicheren, ordentlichen und vernünftigen Übergang gewährleisten können", so der Republikaner.

Der US-Präsident drohte im Nachgang des Einsatzes in Venezuela auch weiteren Staaten in der Region. So geriet unter anderem bereits Kolumbien ins Visier Trumps. Am Sonntag wandte sich der Republikaner dann in Richtung Kuba. "Ich empfehle dringend, dass sie einen Deal machen, BEVOR ES ZU SPÄT IST", schrieb Trump auf Truth Social.

Quelle: ntv.de, lme/dpa

Donald TrumpVenezuelaUSA