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Mittwoch, 18. Oktober 2017

Unsensibles Telefonat: Trump bringt Soldaten-Witwe zum Weinen

Erst empört Donald Trump mit der Aussage, seine Vorgänger hätten sich nicht genug um die Hinterbliebenen getöteter US-Soldaten gekümmert. Dann greift er selbst zum Hörer - und soll sich dabei nicht einmal an den Namen des Verstorbenen erinnert haben.

Neuer Ärger für US-Präsident Donald Trump: Ihm wird vorgeworfen, rüde mit der Witwe eines im Einsatz getöteten US-Soldaten umgesprungen zu sein. Die Abgeordnete Frederica Wilson berichtete, Trump habe der Frau am Telefon in nüchternem Ton gesagt, ihr Mann habe "gewusst, worauf er sich einließ, als er sich verpflichtete". Er fügte demnach hinzu: "Aber ich nehme an, es tut trotzdem weh."

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Die Witwe habe außerdem berichtet, dass der Präsident sich nicht an den Namen ihres im westafrikanischen Niger getöteten Mannes habe erinnern können, berichtete Wilson im US-Fernsehen. Dies sei für die Frau das Schlimmste am Telefonat gewesen. Sie habe geweint und sei nach dem Gespräch "zusammengebrochen".

Die Witwe war während des Anrufs des Präsidenten auf dem Weg zum Flughafen von Miami im Bundesstaat Florida, wo sie die sterblichen Überreste ihres Mannes in Empfang nehmen wollte. Wilson befand sich nach eigenen Angaben mit ihr im Wagen und hörte einen Teil des Telefonats mit. Die Worte des Präsidenten seien "schrecklich" und "unsensibel" gewesen, sagte die Abgeordnete der oppositionellen Demokraten dem Sender MSNBC.

Witwe im sechsten Monat schwanger

Trump wies die Vorwürfe zurück. Die Abgeordnete habe "komplett erfunden", was er der Witwe gesagt habe, schrieb er auf Twitter. Er könne dies auch beweisen. Trump präsentierte diesen angeblichen Beweis aber nicht. Vor Reportern sagte er später, er habe mit der Witwe eine "nette Unterhaltung" gehabt. Wilson entgegnete auf den Tweet des Präsidenten, dass Trump ein "kranker Mann" sei. "Er ist kaltherzig, und er empfindet für niemanden Mitleid oder Mitgefühl." Die Mutter des gefallenen Soldaten bestätigte Wilsons Aussagen - sie hatte sich zum Zeitpunkt des Telefonats ebenfalls im Auto befunden.

Die betroffene Witwe ist eine 24-jährige Mutter von zwei Kindern, die im sechsten Monat schwanger ist. Ihr 25-jähriger Ehemann war Anfang des Monats während eines Anti-Terror-Einsatzes im Niger in einen Hinterhalt geraten. Dabei wurde er zusammen mit drei weiteren US-Soldaten getötet. Trump hatte bereits in den vergangenen Tagen mit seiner Reaktion auf diesen Vorfall für Kritik und Empörung gesorgt.

Auf die Frage eines Journalisten, warum er sich noch nicht öffentlich zu den getöteten Soldaten geäußert habe, reagierte Trump mit Kritik an seinen Amtsvorgängern. Barack Obama und die meisten anderen Präsidenten hätten die Familien von getöteten Soldaten oft nicht angerufen, behauptete er - obwohl sich Obama immer wieder den Hinterbliebenen der Soldaten persönlich zugewendet hatte.

Quelle: n-tv.de