Politik

Wegen Ausreise von Otto Warmbier Trump dementiert Zahlungen an Nordkorea

119608403.jpg

Laut Präsident Trump hat die US-Regierung kein Geld für die Freilassung von Otto Warmbier gezahlt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der US-Student Otto Warmbier fällt in koreanischer Haft ins Koma und stirbt kurz darauf in seiner Heimat. Vor der Ausreise soll Pjöngjang den USA eine Rechnung in Millionenhöhe ausgestellt haben. Präsident Trump betont aber, dass keine Gelder an das kommunistische Regime geflossen seien.

Die US-Regierung hat nach Angaben von Präsident Donald Trump keinerlei Geld an Nordkorea für die medizinische Versorgung oder Freilassung des dort festgehaltenen und später gestorbenen US-Studenten Otto Warmbier gezahlt. "Es wurde kein Geld für Otto Warmbier an Nordkorea gezahlt, nicht zwei Millionen Dollar und auch sonst nichts", schrieb der US-Präsident auf Twitter. Trump warf dagegen der Administration seines Amtsvorgängers Barack Obama vor, hohe Summen für die Freilassung von Geiseln gezahlt zu haben. Die "Washington Post" hatte am Donnerstag berichtet, Nordkorea habe von der US-Regierung zwei Millionen Dollar für die medizinische Versorgung Warmbiers verlangt.

*Datenschutz

Anfang 2016 war der damals 21-Jährige nach einer Gruppenreise in Nordkorea bei der Ausreise festgenommen und wegen "feindlicher Handlungen gegen den Staat" zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Im Juni 2017 wurde er zurück in die USA gebracht und starb dort wenige Tage nach seiner Rückkehr. Er hatte damals schon 15 Monate im Koma gelegen.

Die Zeitung hatte gemeldet, als ein Sondergesandter und ein Arzt aus den USA nach Nordkorea geflogen seien, um Warmbier, der zu der Zeit schon im Koma lag, aus einem Krankenhaus abzuholen und zurück nach Amerika zu bringen, sei ihnen die Rechnung präsentiert worden - als Voraussetzung für eine Ausreise des jungen Mannes. Nach Rücksprache mit der US-Regierung habe der Sondergesandte eine Vereinbarung zur Zahlung der Summe unterschrieben. Ob das Geld später je gezahlt wurde, sei aber unklar.

Das Weiße Haus hatte eine entsprechende Anfrage laut Bericht nicht kommentieren wollen. Warmbiers Familie wirft der Führung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un vor, sie habe Otto Warmbier als Geisel genommen, als politischen Gefangenen gehalten und brutal misshandelt. Die Familie verklagte Nordkorea wegen "brutaler Folter und Mord".

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

Mehr zum Thema