Politik

Wegen Rauswurf der US-Truppen Trump droht Irak mit Sanktionen

Bagdad will nicht, dass die USA und der Iran einen Krieg auf irakischem Boden austragen und veranlasst per Parlamentsbeschluss einen Abzug aller ausländischen Truppen. US-Präsident Trump will das nicht hinnehmen und droht dem Irak.

US-Präsident Donald Trump hat dem Irak für den Fall eines feindseligen Rauswurfs der rund 5000 US-Soldaten aus dem Land mit drastischen Sanktionen gedroht. Sollte der Irak nicht die Bedingungen der USA für einen Abzug erfüllen, werde die US-Regierung Sanktionen verhängen "wie nie zuvor", sagte Trump mitreisenden Journalisten zufolge während eines Rückflugs aus dem Bundesstaat Florida nach Washington.

Trump forderte, die Regierung in Bagdad müsse die Kosten für bestimmte von den USA im Irak gebaute Infrastruktur zurückerstatten, darunter ein moderner Luftwaffenstützpunkt, der Milliarden US-Dollar gekostet habe. "Wir ziehen nicht ab, es sei denn, sie erstatten uns das zurück", sagte Trump den Angaben zufolge.

Das irakische Parlament hatte in einer Dringlichkeitssitzung überraschend für einen Abzug der im Land stationierten US-Soldaten gestimmt. Es forderte die Regierung dazu auf, den Abzug aller ausländischen Truppen einzuleiten, die Teil des US-geführten Bündnisses zum Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sind. Das Parlament forderte auch, dass ausländische Truppen den irakischen Luftraum und Boden künftig nicht mehr nutzen dürften.

Trump bekräftigte zudem seine Drohungen gegen den Iran. Die USA würden "schwere Vergeltung" üben, wenn es zu Vergeltungsaktionen für die Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani durch das US-Militär komme. Er sei auch bereit, iranische Kulturstätten ins Visier zu nehmen, weil der Iran Amerikaner getötet habe. Trump erklärt zudem, dass seine Regierung darüber nachdenken könnte, Geheimdienstinformationen im Zusammenhang mit der Tötung Soleimanis zu veröffentlichen.

Quelle: ntv.de, mba/dpa/rts