Politik

Trotz mieser UmfragewerteTrump feiert sich zum US-Jubiläum selbst

25.06.2026, 08:20 Uhr
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US-Praesident-Donald-Trump-tanzt-nach-seiner-Rede-zur-Eroeffnung-der-Great-American-State-Fair-auf-der-National-Mall
US-Präsident Donald Trump tanzt nach seiner Rede. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Am 4. Juli jährt sich der Unabhängigkeitstag der USA zum 250. Mal. US-Präsident Trump gibt mit einer Rede den Startschuss für ein mehrwöchiges Volksfest. Statt die US-amerikanische Geschichte in den Mittelpunkt zu stellen, preist er seine eigene Politik - obwohl die Zustimmung der Wähler sinkt.

Musik von Militär-Bands, in Formation fliegende Kampfjets und eine Rede von Donald Trump: Der US-Präsident hat die Feierlichkeiten rund um das 250. Gründungsjubiläum der Vereinigten Staaten in Washington mit reichlich Selbstlob eröffnet. Auf der National Mall, dem Park zwischen dem Kapitol und dem Lincoln Memorial im Herzen der US-Hauptstadt, widmete sich Trump vor allem einem Thema ausführlich: seiner eigenen Politik.

Die Vereinigten Staaten seien "jung im Vergleich zu manch anderem Land , aber jeder Nation überlegen, die je gegründet wurde", sagte Trump in seiner gut halbstündigen Rede. Unter seinem Vorgänger Joe Biden von den Demokraten seien die USA "ein totes Land" gewesen, sagte Trump in seiner Ansprache. Unter seiner eigenen Führung gelinge dagegen "ein historischer Sieg nach dem anderen für das amerikanische Volk".

In der Rede rühmte Trump sich etwa für das Rahmenabkommen mit Teheran, das er nach einer "kleinen Reise in den Iran" erzielt habe, wie er den Krieg nannte. Dadurch seien die Ölpreise nun auf Talfahrt, sagte er unter dem Jubel seiner Anhänger. Zudem verteidigte er die von ihm angeordneten Massenabschiebungen von Migranten. Damit entferne seine Regierung "Mörder, Bandenmitglieder, Drogendealer und gefährliche Kriminelle zu Tausenden" aus dem Land, sagte der Präsident.

Besonders überschwänglich feierte der Immobilienunternehmer seine in der Hauptstadt geplanten Bauten. Den umstrittenen Ballsaal neben dem Weißen Haus nannte er dabei in einem Atemzug mit weltberühmten Denkmälern wie der Freiheitsstatue in New York. Trumps Rede glich über weite Strecken einer Wahlkampfansprache - und endete mit den Worten: "Wir werden Amerika wieder großartig machen. (...) Alles Gute zum Geburtstag, Amerika!"

Wähler haben andere Anliegen

Viele Menschen hatten sich auf der Grünanlage versammelt, um ihm zuzuhören. Einige trugen Kappen seiner MAGA-Bewegung (Make America Great Again), viele schwenkten US-Flaggen. Vor Trump wandten sich auch einige Kabinettsmitglieder an die Menge - mit einem Lobgesang auf die USA und Trump. Verkehrsminister Sean Duffy sprach vom "großartigsten Präsidenten, den es in diesem Land seit George Washington je gab". Washington war der erste Präsident der USA (1789-97) - die Hauptstadt trägt seinen Namen.

Die Worte von Trumps Minister stehen im Kontrast zu den Zustimmungswerten des Präsidenten, die schon länger ziemlich schlecht sind. Vom Iran-Krieg bis zur kostspieligen Renovierung des inzwischen schon wieder von Algen befallenen Reflecting Pools in Washington. Trumps Anliegen in seiner zweiten Amtszeit seien nicht die des Großteils seiner Wählerbasis "geschweige denn die anderer Amerikaner", zitierte der US-Sender ABC News Daniel Treisman, einen Politikwissenschaftler der University of California in Los Angeles. "Das erklärt seine ungewöhnlich niedrigen Zustimmungswerte." Da die wichtigen Zwischenwahlen im November näherrücken, wird das auch für Trumps Republikaner zunehmend zum Problem.

Künstler sagen ab

"Größte Live-Kundgebung aller Zeiten": So hatte Trump das Auftakt-Event zu den Jubiläumsfeiern im Vorfeld gepriesen, obwohl schon mehrere Künstler ihre Teilnahme an einer für die Feierlichkeiten geplanten Konzertreihe abgesagt hatten. Darunter sind The Commodores, Poison-Frontmann Bret Michaels und Fabrice "Fab" Morvan vom einstigen Pop-Duo Milli Vanilli. Viele begründeten ihren Rückzug damit, dass die Veranstaltung politischer angelegt sei als ursprünglich dargestellt.

Trump reagierte darauf verärgert: "Wir wollen keine talentlosen Sänger, die euch mit ihren hohen Gagen in den Schlaf wiegen - wir haben ihnen allen gesagt, sie sollen zu Hause bleiben", schrieb er Anfang des Monats auf seiner Plattform Truth Social. "Alles, was wir wollen, seid ihr, ich, ein paar Redner und die großartigste Musik, die je gespielt wurde - dieselbe Musik, die ihr seit Jahren hört!" Gemeint war damit unter anderem der Song "God Bless the USA". Das Lied wurde bei Trumps Wahlkampfveranstaltungen regelmäßig gespielt - bei den Jubiläumsfeierlichkeiten sang es nun der Country-Musiker Lee Greenwood direkt vor Trumps Rede.

Quelle: ntv.de, raf/dpa/AFP