Politik

"Wir lieben euch" Trump fordert seine Anhänger zum Rückzug auf

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Trump hatte sich ins Weiße Haus zurückgezogen.

(Foto: imago images/UPI Photo)

US-Präsident Trump fordert seine Anhänger in einer Rede dazu auf, die Sitzung im Kapitol zu stören. Die nehmen diesen Aufruf wörtlich und stürmen das Gebäude. In seiner Bitte, den Rückzug anzutreten, kommt der Wahlverlierer nicht ohne Lügen aus.

Donald Trump hat mit einer Videobotschaft auf Twitter auf das gewaltsame Eindringen seiner Anhänger ins Kapitol in Washington reagiert. Der abgewählte US-Präsident forderte den Mob zwar auf, "nach Hause zu gehen", zeigte aber auch Verständnis für den Sturm auf die gemeinsame Sitzung von Senat und Repräsentantenhaus: "Ich weiß, wie ihr euch fühlt."

Auch in dieser Botschaft kam Trump, der die Präsidentenwahl deutlich gegen den demokratischen Herausforderer Joe Biden verloren hatte, nicht ohne Verschwörungsmythen aus. "Die Wahl ist uns gestohlen worden", behauptete der 74-Jährige einmal mehr, ohne bislang ein einziges Mal stichfeste Beweise für diese Behauptung vorgelegt zu haben. Zahlreiche US-Gerichte und auch der Supreme Court als höchstes Gericht der Vereinigten Staaten hatten entsprechende Klagen wiederholt und zigfach zurückgewiesen.

Zwar bat Trump die Eindringlinge, sich aus den von ihnen gestürmten Sitzungssälen und Abgeordnetenbüros zurückzuziehen, zugleich aber sagte er auch: "Wir lieben euch, ihr seid besondere Menschen." Tausende seiner Anhänger waren in die Hauptstadt der USA gekommen, weil auch sie dem Irrglauben anhängen, Trump sei der Wahlsieg gestohlen worden. In einer Rede vor seinen Fans wiederholte er die unbelegten Behauptungen, "die Wahl ist uns gestohlen worden" und forderte die Zuhörenden auf, zum Kapitol zu ziehen - um ihnen zu zeigen, dass sie sich dies nicht gefallen lassen würden.

Offenbar angetrieben von diesen Worten des noch amtierenden Präsidenten zogen Hunderte Menschen in Richtung des Kapitols und sorgten mit ihrem Eindringen dafür, dass sich die Abgeordneten in Sicherheit bringen mussten. US-Journalisten sprachen von einem Putschversuch, mit dem versucht werden sollte, die für die heutige Sitzung geplante Bestätigung der Wahlergebnisse zu verhindern. Aufgrund der Unterbrechung der Sitzung verschiebt sich diese vermutlich zeitlich nach hinten.

Trump hatte in seiner Rede außerdem zum wiederholten Male erklärt, er werde seine Niederlage niemals anerkennen. Offenbar stachelte dies seine Unterstützer, unter denen sich Medienberichten zufolge auch zahlreiche Rechtsextreme versammelt hatten, zum Sturm auf das Kapitol an. Auch in seiner Videobotschaft wiederholte Trump den Verschwörungsglauben, er habe "deutlich gewonnen und das weiß jeder", obwohl Biden sowohl die Mehrheit der Wählerstimmen als auch der Wahlleute im Electoral College auf sich vereinigen konnte.

Twitter reagierte umgehend auf die widerlegten Behauptungen des abgewählten Staatschefs: Der von ihm rege genutzte Dienst schrieb dazu, dass es deshalb nicht möglich sei, auf den Tweet zu antworten oder ihn zu retweeten.

Quelle: ntv.de, tsi

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