Politik

G7-Ministertreffen Ende Juli? Trump kassiert Absagen aus Europa

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Das mit dem G7-Ministertreffen ist nicht zur Zufriedenheit Trumps gelaufen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ende Juli sollen bei einem Treffen in Washington Minister der G7-Staaten zusammenkommen. So hätte es sich zumindest Donald Trump gewünscht. Doch immer mehr Länder erteilen dem US-Präsidenten eine Absage. Jetzt wird das Event gecancelt.

Offenbar plante die US-Regierung für den 29. Juli in Washington die Organisation eines Treffens von Spitzenpolitikern der sogenannten G7-Staaten. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf deutsche und amerikanische Regierungskreise.

Die Anfrage an die Außen- und Finanzminister kam demzufolge, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Teilnahme am G7-Gipfel abgesagt hatte. Der war ursprünglich für den 10. bis 12. Juni am Landsitz des Präsidenten in Camp David angesetzt. Im März hatte das Weiße Haus angekündigt, ihn wegen der Corona-Krise per Videokonferenz abhalten zu wollen. Kurz darauf erklärte Trump allerdings, die USA hätten sich von der Pandemie bereits erholt, sodass das Gipfeltreffen doch vor Ort stattfinden könne. Aktuell ist es nun aber erst mal auf September verschoben.

In dem "Spiegel"-Bericht heißt es nun weiter, sowohl Innenminister Heiko Maas als auch Finanzminister Olaf Scholz hätten die Einladung aus dem Weißen Haus für den 29. Juli abgelehnt. Deutschland werde maximal Staatssekretäre schicken, wird die Regierung zitiert. Grund dafür sei nicht allein, dass Vizekanzler Scholz Ende Juli das Kabinett leite und Maas offenbar ebenfalls verhindert sei. Auch andere G7-Staaten haben bereits vermeldet, nicht auf Ministerebene erscheinen zu wollen.

Mehr Show als Dialog

Trump teilte via Twitter mit, er wolle mit dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs ein Zeichen der "Normalisierung" der Corona-Lage in seinem Land setzen. Unter den europäischen G7-Staaten wird vermutet, dass die Einladung an die Finanz- und Außenminister mitten im US-Wahlkampf nur einem Ziel dienen sollte: Das Erscheinen von zwölf Ministern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Kanada hätte der Präsident als Erfolg verbuchen können.

Ein virtuelles Treffen habe die US-Regierung gar nicht erst vorgeschlagen, schreibt der "Spiegel" weiter. Das spreche dafür, dass es dem Weißen Haus bei der Veranstaltung mehr um Show als um Dialog ginge. Anfang der Woche zog Washington den Termin dann komplett zurück. Eine Nachfrage des Magazins beim Weißen Haus bezüglich der Einladung und der Gründe für die Absage des Ministertreffens blieb vorerst unbeantwortet.

Quelle: ntv.de, nan