Politik

Biden-Wahl "Betrug" und "Fehler" Trump kündigt Rückzug aus Weißem Haus an

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Es wäre "sehr hart", eine Niederlage einzuräumen, sagt Trump.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mehr als drei Wochen liegen die US-Präsidentschaftswahlen zurück. Doch erst jetzt stellt Amtsinhaber Trump seinen Auszug aus dem Weißen Haus in Aussicht. Er nennt aber eine Bedingung.

US-Präsident Donald Trump will das Weiße Haus verlassen, sollte das Wahlkollegium den Demokraten Joe Biden Mitte Dezember zum neuen US-Präsidenten bestimmen. "Sicher werde ich das tun. Und Sie wissen das", sagte Trump auf die Frage, ob er das Weiße Haus verlassen würde, sollte das Wahlkollegium Bidens Sieg bestätigen.

Der abgewählte Präsident fügte jedoch hinzu, dass das Electoral College in dem Fall einen "Fehler" begehen würde. Trump behauptete erneut, dass es bei der Präsidentschaftswahl am 3. November "massiven Betrug" gegeben habe. Die Wahlinfrastruktur in den USA sei wie in einem "Dritte-Welt-Land", sagte er vor Journalisten.

Es wäre "sehr hart", eine Niederlage einzuräumen, sagte Trump nach einer Videoschalte mit US-Soldaten im Ausland anlässlich des Feiertags Thanksgiving (Erntedankfest). Es war das erste Mal seit der Wahl vom 3. November, dass er sich Fragen von Reportern stellte. Trump sagte, er finde es nicht richtig, dass Biden bereits ein Kabinett zusammenstelle.

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In den USA wird der Präsident nicht direkt durch die Wähler, sondern durch ein Kollegium von Wahlleuten gewählt, die dem Electoral College angehören. Das Wahlkollegium setzt sich aus 538 Wahlleuten zusammen. Sie werden am 14. Dezember in ihren Bundesstaaten ihre Stimmen abgeben. Für den Einzug ins Weiße Haus sind mindestens 270 der 538 Stimmen erforderlich.

Biden kommt durch den Urnengang vom 3. November auf 306 Wahlleute - Trump auf 232. Trotz des deutlichen Vorsprungs weigert sich Trump seit Wochen, seine Wahlniederlage anzuerkennen und behauptet, die Wahl sei manipuliert worden.

Wahlverantwortliche auch von Trumps Republikanern weisen die Betrugsvorwürfe des amtierenden Präsidenten entschieden zurück, Behördenvertreter sprachen gar von der "sichersten Wahl der US-Geschichte".

Biden soll am 20. Januar als neuer US-Präsident vereidigt werden.

Quelle: ntv.de, bad/dpa/AFP