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Industriestaatentreffen in Miami Trump lädt zu G7-Gipfel in sein Golfhotel

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Bereits 2016 richtete Donald Trump Wahlkampfveranstaltungen in dem Golfressort aus.

(Foto: AP)

Bereits beim letzten G7-Gipfel in Frankreich spricht US-Präsident Trump davon, das nächste Treffen in einem seiner Golfressorts in Miami ausrichten zu wollen. Nun macht er aus dieser Ankündigung Ernst - und fordert seine Kritiker damit erneut heraus.

Die US-Regierung richtet den Gipfel der sieben großen Industriestaaten (G7) im kommenden Jahr in einem Hotel von Präsident Donald Trump aus. Das Trump National Doral in Miami sei mit Abstand die beste Anlage für das Treffen und günstiger als andere Orte, erklärte der Stabschef des Weißen Hauses, Mick Mulvaney, in Washington. Trump werde davon nicht profitieren, betonte er. Der G7-Gipfel soll vom 10. bis 12. Juni stattfinden. Trump ist 2020 Gastgeber des G7-Gipfels und kann damit den Ort auswählen.

Es war bereits zuvor spekuliert worden, dass das Gipfeltreffen in Trumps Golfhotel in Miami abgehalten werden könnte. Trump hatte das Hotel beim jüngsten G7-Gipfel im französischen Biarritz Ende August in den höchsten Tönen gelobt und als möglichen Ausrichtungsort für den nächsten Gipfel genannt. Er sagte damals, das Trump National Doral liege nur wenige Minuten vom Flughafen entfernt, jede Delegation könne eigene Gebäude mit 50 bis 70 Zimmern haben. "Es ist ein großartiger Ort. Das Gelände ist gewaltig, viele Hundert Hektar. Wir können da alles machen, was gebraucht wird."

Bedenken, wonach er unzulässig von der Ausrichtung des prestigeträchtigen Gipfeltreffens in seinem Hotel profitieren könnte, wies Trump damals zurück. Auch Mulvaney mühte sich nach Kräften, diese Anschuldigungen abzuweisen. Das gewählte Hotel sei für die Ausrichtung deutlich günstiger als andere Orte. Trump profitiere davon nicht finanziell.

Mulvaney sagte, die Anlage in Miami sei praktisch so beschaffen, als wäre sie für ein Treffen dieser Art gemacht worden. Zur Wahl hätten zehn Orte gestanden, unter anderem auf Hawaii und in Utah. Man habe sich nach genauer Abwägung aber für das Doral entschieden. "Es ist nicht der einzige Ort, es ist der beste Ort."

Ein Präzedenzfall?

Das Hotel ist etwa zwölf Kilometer vom Flughafen der Millionenmetropole Miami im Süden Floridas entfernt. Auf dem 800 Hektar großen Gelände befinden sich vier Golfkurse, die für Wettbewerbe geeignet sind. Der bekannteste Kurs heißt "Blue Monster" (blaues Monster). Zum Hotel gehören 643 Zimmer, Tennisplätze, ein großer Pool, ein Spa-Bereich, etliche Veranstaltungsräume und der "Donald J. Trump"-Ballsaal.

Trump ist in den USA immer wieder dafür kritisiert worden, dass er seine eigenen Liegenschaften für offizielle Zwecke nutze und damit finanziell von seiner Präsidentschaft profitiere. Mit dem geplanten Gipfel in Miami hat der US-Präsident sein öffentliches Amt nun genutzt, um einen großen Vertrag zu seinen eigenen Gunsten abzuschließen. Laut "Washington Post" ist dies der erste Vorfall dieser Art im Verlauf der US-amerikanischen Geschichte. So richtete 2012 beispielsweise Präsident Obama einen G7-Gipfel im Camp David aus, einer Erholungsanlage für amtierende Präsidenten im Besitz der Regierung der Vereinigten Staaten.

Quelle: n-tv.de, agr/dpa

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