Politik

Pöbeln statt feiern Trump lässt erneut Presse-Dinner sausen

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Demonstrativ trat Trump parallel zum traditionellen Korrespondentendinner vor Anhängern in Wisconsin auf.

(Foto: REUTERS)

Auftritte von US-Präsidenten beim jährlichen Fest-Dinner der Hauptstadt-Korrespondenten sind eine alte Tradition. Donald Trump dagegen schwänzt den Termin nun schon zum dritten Mal - und holt vor Anhängern in Wisconsin zum mittlerweile fast ebenso traditionellen Verbalschlag gegen die Presse aus.

Zum dritten Mal in Folge ist US-Präsident Donald Trump dem traditionellen Korrespondentendinner in Washington ferngeblieben. Stattdessen trat er am Samstag vor seinen Anhängern im Bundesstaat Wisconsin auf und griff dort zum wiederholten Mal die Medien des Landes an. Während die Dinnergäste in Washington in Abendgarderobe feierten, bezeichnete Trump sie in der 1100 Kilometer entfernten Stadt Green Bay als "Fake-News-Medien" und "Feinde des Volkes". Die Einschaltquoten zeigten, dass die Medien an Vertrauen verloren hätten, sagte der Präsident.

Eingeladen zum Dinner hatte wie in jedem Jahr die Vereinigung der Korrespondenten, die über das Weiße Haus berichten (WHCA). Deren Präsident Olivier Knox sagte den Gästen, er wolle sich nicht lange mit Trump beschäftigen. Dessen Formulierungen müssten aber entschieden zurückgewiesen werden: "'Fake News' und 'Feinde des Volkes' sind keine Pointen, keine Spitznamen und eines Präsidenten nicht würdig", sagte Knox. Es gelte, "politisch motivierte Angriffe" auf Medienvertreter zurückzuweisen.

Dieses Jahr kein einziges Regierungsmitglied anwesend

Traditionell ist das Abendessen in der US-Hauptstadt eine Möglichkeit zum humorvollen Austausch zwischen Hauptstadtjournalisten und dem jeweiligen Präsidenten. Üblich ist, dass ein Redner oder eine Rednerin das Staatsoberhaupt aufs Korn nimmt, andererseits kann auch der Präsident selber das Wort ergreifen und Seitenhiebe austeilen. Der letzte US-Präsident, der dem Dinner fernblieb, war Ronald Reagan im Jahr 1981 - kurz nachdem er bei einem Attentat verletzt worden war.

Trump hingegen ist seit seinem Amtsantritt noch zu keinem der Korrespondentendinner gekommen. Von den großen US-Medien äußert er sich fast ausschließlich nur gegenüber dem TV-Sender Fox, wo er sich einer ihm gewogenen Berichterstattung sicher sein kann.

In diesem Jahr hatte Trump dafür gesorgt, dass gar keine Regierungsmitglieder zum Korrespondentendinner gehen. Im vergangenen Jahr hatte die Komikerin Michelle Wolf über Pressesprecherin Sarah Sanders gesagt, sie verbrenne Fakten und mache aus der Asche ein Augen-Make-up. Sanders war bei dem Dinner dabei gewesen und hatte Wolfs Auftritt mit versteinertem Gesicht verfolgt.

Quelle: n-tv.de, jog/AFP

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