Politik

Mitteilung per Twitter Trump nimmt nicht an Bidens Amtseinführung teil

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Trump wird nach eigenem Bekunden nicht an der Amtseinführung seines Nachfolgers teilnehmen.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Am 20. Januar tritt Joe Biden das Amt des US-Präsidenten an. Vorgänger Trump wird der Zeremonie nach eigenem Bekunden fernbleiben. Unmittelbar zuvor twitterte er, dass seine Millionen Wähler künftig nicht ungehört bleiben werden.

Die Überraschung ist gering - doch nun ist wohl offiziell: Der abgewählte US-Präsident Donald Trump wird nicht an der Amtseinführung seines Nachfolgers Joe Biden teilnehmen. Das teilt Trump bei Twitter mit. Einen Grund dafür nannte er nicht. Die Zeremonie findet am 20. Januar statt. Wegen der Corona-Pandemie soll sie ohne das sonst bei der Amtsübergabe übliche Massenpublikum stattfinden.

Seit der Erstürmung des Kapitols in Washington durch militante Trump-Anhänger am Mittwoch steht der abgewählte Amtsinhaber massiv unter Druck. Erst nach langem Zögern verurteilte Trump die Gewalt in Washington und rief das Land zur "Versöhnung" und "Heilung" auf.

Trump wird vorgeworfen, für den Gewaltexzess mitverantwortlich zu sein, nachdem er seine Anhänger bei einem Auftritt in Washington mit unbelegten Wahlbetrugs-Vorwürfen angestachelt und zum Marsch auf das Kapitol aufgerufen hatte. Die Demokraten fordern deshalb, Trump noch vor dem Amtswechsel im Weißen Haus abzusetzen. Trump hat Biden, der am 20. Januar vereidigt werden soll, eine geordnete Amtsübergabe zugesagt. "Eine neue Regierung wird am 20. Januar vereidigt werden", sagte Trump in einem Twitter-Clip. "Ich konzentriere mich nun darauf, eine reibungslose, geordnete und nahtlose Machtübergabe zu gewährleisten."

Gut eine Stunde zuvor hatte Trump getwittert, dass die 75 Millionen Patrioten, die für ihn gestimmt hätten, auch künftig eine gewichtige Stimme haben würden. "Sie werden in keiner Weise und keiner Form missachtet oder ungerecht behandelt." Biden hatte bei der Wahl mehr als 81 Millionen Stimmen erhalten - und was letztlich entscheidend ist, er errang auch eine Mehrheit bei den Wahlmännern und -frauen.

Erst jüngst hatte es Berichte gegeben, Trump wolle den Tag in seinem Golf-Ressort in Schottland verbringen. Dem hatte die dortige Regierung aber eine Absage erteilt. Es sei angesichts der Corona-Beschränkungen illegal, ohne notwendigen Grund nach Schottland einzureisen, hatte Regierungschefin Nicola Sturgeon gesagt. "Herzukommen, um Golf zu spielen, ist nicht, was ich einen notwendigen Grund nennen würde." Das Weiße Haus hatte bislang lediglich mitgeteilt, Trump habe sich noch nicht entschieden, was er am 20. Januar machen werde.

In den USA gehört es zur Tradition, dass der scheidende US-Präsident der Amtseinführung seines Nachfolgers beiwohnt. Trump aber streitet weiter ab, die Wahl im November verloren zu haben. An Trumps Amtseinführung 2017 hatte der damals scheidende Präsident Barack Obama selbstverständlich teilgenommen. Allerdings hatten Dutzende demokratische Abgeordnete ihre Teilnahme abgesagt.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/dpa/rts