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Kritik aus britischer Botschaft Trump reagiert überraschend milde

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Trump reagiert für seine Verhältnisse überaus gelassen auf die britische Kritik.

(Foto: REUTERS)

Diplomaten sind üblicherweise diskret und verschwiegen - doch nun kam heraus, was der britische Botschafter wirklich über US-Präsident Trump denkt. Jetzt kontert der US-Präsident die klaren Worte, die eigentlich geheim bleiben sollten.

US-Präsident Donald Trump musste sich am Wochenende vom britischen Botschafter vorwerfen lassen, unfähig und tollpatschig zu agieren - nun hat er die Worte geradezu gelassen kommentiert: "Er hat seinem Land keinen guten Dienst erwiesen", sagte Trump auf einem Flugplatz in New Jersey. "Wir sind keine großen Fans von dem Mann und er hat Großbritannien nicht gut gedient und ich könnte Dinge über ihn sagen, aber damit werde ich mich nicht abgeben", sagte er.

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Dass Trump sich derart zurückhält, überrascht. Üblicherweise greift er Kritiker harsch an und beleidigt sie oft auch persönlich. Möglicherweise bleibt er so ruhig, weil er erwartet, dass schon bald Boris Johnson neuer Premierminister Großbritanniens wird. Mit diesem versteht er sich bestens - da kommt ihm ein neuer Streit womöglich ungelegen.

Die britische Regierung beeilte sich zudem, die Wogen zu glätten. Außenminister Jeremy Hunt distanzierte sich von seinem Botschafter. Er stimme nicht mit der Einschätzung von Botschafter Kim Darroch überein, sagte er. Man sei sehr besorgt darüber, dass der interne Vermerk öffentlich wurde. Am Sonntag hatte es in einem Statement des Außenministeriums noch geheißen, man bezahle die Botschafter für Offenheit, auch wenn die Meinungen nicht unbedingt mit denen der Regierung übereinstimmten. Der britische Handelsminister Liam Fox kündigte in der BBC an, er werde sich bei seinem Washington-Besuch bei der Tochter des US-Präsidenten, Ivanka Trump, entschuldigen.

Darroch hatte in einem internen Papier geschrieben, Trump "strahle Unsicherheit" aus. Wenn man mit ihm spreche, müsse man sich "sehr einfach ausdrücken, um zu ihm durchzudringen", schrieb Darroch. Das Memo war der Zeitung "Mail on Sunday" zugespielt worden und sorgte am Wochenende für Aufregung.

"Messerkämpfe" im Weißen Haus

Darroch schrieb: "Wir glauben nicht, dass diese Regierung nennenswert normaler wird, besser funktioniert, berechenbarer wird, weniger gespalten, diplomatisch weniger tollpatschig und unfähig." Die Berichte über die "Messerkämpfe" im Weißen Haus seien "weitgehend wahr". Damit meinte er die Rivalitäten hinter den Kulissen.

Trumps Berater ringen um Einfluss auf den Präsidenten, dabei fallen die Berater und Minister reihenweise in Ungnade. Schon viele mussten gehen: Trump verbrauchte in zweieinhalb Jahren bereits zwei Sprecher, zwei Stabschefs, hat bereits den zweiten Sicherheitsberater und den zweiten Außen-, Verteidigungs- und Heimatschutzminister in seinen Diensten.

Das alles dürfe man aber nicht missverstehen, schrieb Darroch. Chancen auf die Wiederwahl habe Trump durchaus. Dazu verglich er den skandalumwitterten New Yorker mit Arnold Schwarzenegger in seiner Parade-Rolle als "Terminator". Wie dieser am Ende des ersten Films, könne Trump immer wieder "angeschlagen, aber intakt aus den Flammen" hervortreten. Ganz am Ende des Action-Streifens gehen die roten Lichter in den Augen des Terminators dann aber doch aus.

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Quelle: n-tv.de, vpe

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